Solingen. (PM VFL) Nach dem Sensationssieg am Donnerstag gegen die SG Flensburg-Handewitt beendet der VfL Gummersbach die Woche mit einem Remis im Bergischen Derby.... VfL und BHC mit Unentschieden im Bergischen Derby

Tom Jansen jubelt – © Sportfoto-Sale (MK)

Solingen. (PM VFL) Nach dem Sensationssieg am Donnerstag gegen die SG Flensburg-Handewitt beendet der VfL Gummersbach die Woche mit einem Remis im Bergischen Derby.

In der Solinger Klingenhalle spielte die Mannschaft von Cheftrainer Gudjon Valur Sigurdsson am Sonntagnachmittag 30:30 (15:14)-Unentschieden gegen den Bergischen HC. Am zwölften Spieltag der laufenden Saison in der LIQUI MOLY HBL kristallisierten sich die Oberbergischen in der ersten Halbzeit als leicht bessere und effizientere Mannschaft heraus. In Durchgang zwei entwickelte sich ein Spiel auf Messers Schneide, das schlussendlich keinen Sieger fand. Mit nunmehr 14:10 Punkten mischen die Oberbergischen weiterhin das Mittelfeld der Liga auf.

Beide Mannschaften starteten schwungvoll in die Begegnung. Nach Ballgewinn von Tom Kiesler brachte Hákon Dadi Styrmisson in der vierten Minute zum ersten Mal die Gummersbacher in Front (2:1). In einer munteren Anfangsphase sahen die Zuschauer zunächst abwechselnde Führungen, ehe sich die Gäste erstmals nach zehn Minuten einen Zwei-Tore-Vorsprung erspielten (6:4). Die Oberbergischen agierten aus einer konzentrierten Defensive heraus und fanden in Keeper Tibor Ivanišević einen sicheren Rückhalt. Vorne ließ der VfL jedoch zu viele Chancen liegen, so dass der BHC nach einer Viertelstunde zum 7:7-Ausgleich kam.

Insbesondere dank ihres guten Rückzugsverhaltens gelang es dem Aufsteiger die eigenen Fehler in der Offensive zu kompensieren. Ein erneuter Ballgewinn in der Defensive führte zur ersten Drei-Tore-Führung der Gäste durch Tom Jansen (13:10, 24. Minute). Zwei Minuten später legte Miro Schluroff in Unterzahl gar zum 14:10 nach. Bis zum Seitenwechsel büßten die Gummersbacher in einer Phase mit vielen Zeitstrafen ihren Vorsprung allerdings noch einmal um drei Treffer ein, so dass es beim Zwischenstand von 15:14 in die Pause ging.

Analog zur ersten Halbzeit begann die zweite Hälfte ausgeglichen mit leichten Vorteilen für die Oberbergischen, die ihre hauchdünne Führung behaupteten. Der VfL verteidigte weiterhin leidenschaftlich und erhöhte in Minute 38 in Person von Lukas Blohme auf 19:17. Eine starke Parade von Ivanišević und der anschließende Treffer von Štěpán Zeman später zog das Sigurdsson-Team wieder auf drei Tore weg (20:17, 39. Minute). Die passende Antwort fand der Bergische HC jedoch schon binnen vier Minuten mit fünf Toren in Folge und dem ersten Zwei-Tore-Rückstand der Gummersbacher im Spiel (20:22). Bei den Gästen lief spielerisch kaum mehr etwas zusammen, so dass nun vieles aufseiten des Aufsteigers über den Kampf lief.

Mithilfe einer doppelten Überzahlsituation erarbeitete sich der VfL noch einmal zurück und Styrmisson erzielte den Ausgleich (23:23, 47. Minute). In eigener Unzahl eroberten sich die Gäste durch Dominik Mappes zwei Minuten später gar die Führung zurück (24:23). In einer dramatischen Schlussphase legten die Oberbergischen fortan wieder vor, während die Bergischen Löwen Angriff für Angriff bis zum 30:30 in Minute 59 im Gleichschritt nachzogen. Eine halbe Minute vor Spielende verlor der VfL jedoch im eigenen Angriff den Ball, so dass stattdessen dem BHC die Chance zum Sieg oblag. Doch auch die Gastgeber verpassten es ihren direkten Freiwurf nach Ablauf der regulären Spielzeit im Tor unterzubringen, so dass es beim 30:30-Remis blieb.

Da die Partie des 13. Spieltags zwischen dem VfL Gummersbach und der TSV Hannover-Burgdorf als Nachholspiel erst Mitte Dezember ausgetragen wird, findet das nächste Pflichtspiel der Oberbergischen erst am Sonntag, den 27. November, statt. Um 14 Uhr ist die Mannschaft von Sigurdsson dann beim Deutschen Rekordmeister THW Kiel zu Gast.

Die Trainerstimmen zum Spiel


Ein Punkt im Derby-Drama

Solingen. (PM BHC) Der Bergische HC hält beim 30:30 (14:15) gegen den VfL Gummersbach einen Punkt in der ausverkauften Klingenhalle.

Es war ein mitreißendes, spannendes und emotionales bergisches Derby, das 2683 Fans nicht auf ihren Sitzen hielt. Noah Beyer erzielte das letztlich entscheidende Tor zum Ausgleich, weil beide Mannschaften ihre Angriffe in der Schlussminute nicht mehr nutzten. Vor Spielbeginn herrschte bereits Jubel aufgrund einer Personalie.

Alexander Weck hat seinen Vertrag beim BHC um vier Jahre bis Sommer 2027 verlängert. Die Nachricht sorgte für den ersten größeren Applaus in der Klingenhalle – viele weitere sollten folgen. Zum Beispiel, als Djibril M’Bengue und Fabian Gutbrod trafen. Die beiden bildeten die Rückraum-Achse mit Linus Arnesson und hatten im Positionsangriff oft Erfolg. Zwar leisteten sich die Bergischen auch Fehler, die zu Kontertoren führten, und auch diverse freie Gelegenheiten inklusive Siebenmeter blieben ungenutzt, doch bis zum 9:10 blieben sie auf Augenhöhe.
Erst dann setzten sich die Gummersbacher zum ersten Mal ab. Das 10:14 holten die Löwen aber noch vor der Pause wieder auf. Tomas Babak kam herein und riss das Offensivspiel erfolgreich an sich. Er präsentierte sich gewohnt zweikampfstark, pass- sowie torgefährlich. Gleichzeitig parierte der für den in der Anfangsphase starken, dann aber nachlassenden Christopher Rudeck eingewechselte Peter Johannesson einige Male spektakulär und ebnete damit den Weg zum 14:15-Pausenstand.

Babak war es, der mit dem ersten Angriff nach Wiederanpfiff ausglich. Doch die Wende war damit nicht eingeläutet. Nach Beyers 17:17 zogen die Gäste wieder auf 20:17 davon. Eine Auszeit von Trainer Jamal Naji zeigte nun gewaltigen Erfolg. Johannesson hielt, was zu halten war, während Tom Kare Nikolaisen (2), Fabian Gutbrod, Linus Arnesson und Djibril M’Bengue die Treffer auf dem Weg zu einem 5:0-Lauf markierten. Die Fans in der Klingenhalle sorgten nun für so eine Furore, dass man sein eigenes Wort nicht mehr verstehen konnte.

Die Gäste erholten sich, verkürzten per Siebenmeter durch den sicheren Dominik Mappes, und das Spiel wurde immer intensiver. Keinen Zentimeter gaben die Teams nun verloren, die Zweikämpfe waren robust, jede Schiedsrichter-Entscheidung knapp. Gerade in der Schlussphase ging es unheimlich oft an die Strafwurf-Linie. Dazu verhängten die Unparteiischen in der letzten Viertelstunde fünf Zeitstrafen gegen beide Teams. Zwei davon kassierten die Löwen in der Hitze des Gefechts wegen Meckerns.

Doch auch eine kurze doppelte Unterzahl überstand die Mannschaft und wollte diesen Sieg nun unbedingt. Nachdem der wieder eingewechselte Rudeck es nicht fassen konnte, dass Mappes‘ Wurf zum 28:27 als Treffer zählte, obwohl es nicht so ausgesehen hatte, dass der Ball die Linie überquerte, sprach nicht viel für den BHC. Arnesson aber verwertete Siebenmeter zum 28:28 und 29:29. Gummersbach antwortete mit dem 30:29 durch Tom Jansen. Beyer setzte die erste Chance zum 30:30 per Dreher an den Pfosten. Nach dem nächsten Ballgewinn jedoch traf er zum BHC-Punkt.

Bergischer HC – VfL Gummersbach 30:30 (14:15)
Bergischer HC: Rudeck, Johannesson – Beyer (4), Schmitz, Gutbrod (4), Weck, Arnesson (7/4), Babak (2), Bergner, Ladefoged (4), Nikolaisen (4), M´Bengue (4), Gunnarsson, Persson (1). Trainer: Jamal Naji
VfL Gummersbach: Norsten, Ivanisevic – Vidarsson (1), Köster (6), Blohme (2), Schroven, Schluroff (3), Mappes (9/4), Pregler, Styrmisson (4), Kiesler (1), Stüber, Jansen (3), Zeman (1). Trainer: Gudjon Valur Sigurdsson
Schiedsrichter: Jannik Otto und Raphael Piper
Siebenmeter: 4/7 – 4/4
Zeitstrafen: 5 – 4 (Weck, Nikolaisen, M´Bengue, Babak, Rudeck – Jansen, Köster, Zeman, Blohme)

Fotostrecke zum Derby

Bergischer HC - VFL Gummersbach (13.11.2022)
Bergischer HC - VFL Gummersbach
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Schafft der VFL Gummersbach den Klassenerhalt in der Bundesliga?

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