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Münsters neuer Cheftrainer Götz Rohdewald: „Wir wollen das Beste aus der Saison rausholen“

Götz Rohdewald – © Christina Pohler WWU Baskets Media

Münster. (ts) Am 1. Juni hat Götz Rohdewald das Amt des Cheftrainers bei den WWU Baskets Münster angetreten.

Es ist eine Rückkehr, denn von 2007 bis 2012 war der ehemalige BBL-Profi schon einmal Cheftrainer seines Heimatklubs. Ein Kaltstart ist der Wiedereinstieg in die Trainerlaufbahn nur auf den ersten Eindruck, denn der 47-Jährige hat sich schon seit Ende letzten Jahres auf die Aufgabe vorbereitet. Der Basketball-Enthusiast sprach mit GAMEDAY.MS über die Gründe seiner jetzigen Rückkehr, seine Spielphilosophie und die bevorstehenden Aufgaben.

Herzlich Willkommen zurück, Götz! Welche Gefühle begleiten Dich mit Deiner Rückkehr zum Heimatklub nach elf Jahren zu Deinem offiziellen Amtsantritt?

Götz Rohdewald: Aufgeregt ist das Erste, was mir einfällt. Dann Vorfreude. Aber natürlich auch ein bisschen Nervosität, weil ich lange nicht mehr als Trainer gearbeitet habe. Ich habe mich aber sehr viel damit beschäftigt, unter anderem bei Björn seit Weihnachten hospitiert und für einen Erstligisten für den Cheftrainer seit einigen Jahren gescoutet. Björn war sehr offen, wofür ich ihm sehr dankbar bin, ist ein ausgebuffter Taktiker. Es war sehr interessant, sehr wichtig für mich in meiner neuen Funktion, die Trainings zu sehen. Er hat mich auch in interne Meetings mit der Mannschaft hineingenommen, was nicht selbstverständlich ist.

// Du hast in den vergangenen Jahren bei unserem Partner ISR im sicheren Beruf eines IT-Beraters gearbeitet. Warum kehrst Du nun in den Trainerberuf zurück?

Es hat einfach gejuckt. Als mich Helge vor einem halben Jahr angesprochen hat, war ich schon überrascht. Je mehr ich darüber nachgedacht habe, desto mehr hat es dann in den Fingerspitzen gejuckt. Basketball ist meine große Leidenschaft. Zurückzukehren in das Trainergeschäft ist für mich kein Schnellschuss, sondern reiflich überlegt. Alle Betroffenen im Privaten gehen diesen Weg mit. Vom festen Job wieder in das Trainerleben zurückzugehen, würde wahrscheinlich nicht jeder machen. Seinerzeit musste ich mich entscheiden: Trainer bleiben oder in den „normalen“ Beruf gehen. Es gab damals Anfragen aus der ProA. Voll auf die Karte des Trainerberufs zu setzen, hat mich schon damals sehr gereizt. Aus privaten Gründen – Familie und Hauskauf – habe ich mich dann aber gegen den unsicheren Job eines Basketballcoaches entschieden.

// Mit Chad Prewitt haben wir einen erfahrenen Co-Trainer mit viel Expertise seit vier Jahren in unserem Trainerteam. Wie wird seine zukünftige Rolle aussehen?

Mir ist Chads Meinung in allen Facetten wichtig: Bei der Spielerauswahl, wie wir spielen wollen, unsere Trainings gestalten. Wir machen das zusammen, entwickeln die Inhalte auch gemeinsam. Chad soll seinen Input dazugeben, weil er viel Erfahrung hat, auch ein super Spieler war. Ich möchte sein Wissen nutzen. Bei den Spielern genießt er hohe Wertschätzung. Chad identifiziert sich mit unserem Klub, unserer Idee sehr, ist ein guter Typ. Ich möchte ihn in einer möglichst großen Rolle mit seinen Stärken, so dass er sich am wohlsten fühlt und am besten einbringen kann. Ziel ist unser bestes Ergebnis.

// Nimmst Du auch Aufgaben neben denen eines Cheftrainers wahr?

Ich kümmere mich mit Helge um die Spielerauswahl. Spieler müssen sportlich und menschlich zu uns passen. Chads Meinung zu Spielern ist mir ebenso wichtig, weil er auch mit ihnen zusammen in der Halle steht. Spielerfragen lösen wir gemeinschaftlich. Jüngere Spieler für unsere Regionalliga- und NBBL-Mannschaft schaue ich mir auch an, tausche mich mit Philipp über sie aus. Die Teamchemie ist wichtig, aber auch nicht einfach. Ein „schlechter Apfel“ kann ein großes Problem sein. Aber ich denke, wir kriegen wieder eine Mannschaft hin, die gut miteinander auskommt.

// Wie hast Du Deinen Heimatklub in den vergangenen Jahren wahrgenommen und verfolgt?

In den vergangenen Jahren war ich regelmäßig bei Heimspielen Experte bei den Live-Übertragungen auf Sportdeutschland.TV. Über die ganzen Jahre haben die Baskets eine super Entwicklung in allen Bereichen genommen. Der Umzug zum Berg Fidel, der Zuschauerzuspruch, die neue Geschäftsstelle, die Idee mit der Uni und auch sportlich: Das hat sich alles gut entwickelt, haben wir in unserer damaligen Zusammenarbeit angestrebt. Toll, dass das heute Wirklichkeit ist.

// Wie bewertest Du vor allem die vergangene Baskets-Saison, der ersten in der zweiten Liga?

Positiv! Die ProA ist sehr, sehr schwer. Regionalliga und ProB sind vom Niveau her relativ nahe beieinander. Der Schritt in die ProA ist ein enormer Schritt. Sich da zu etablieren ist gar nicht so einfach. Im ersten Jahr die Klasse zu halten ist eine Herausforderung. Das hat die Mannschaft gut gemacht. Sie hat viele gute Spiele abgeliefert, auch gegen hochklassige Gegner mitgehalten.

// Wie beurteilst Du die Leistungsstärke der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA, zumal aus der BBL die beiden Traditionsklubs medi Bayreuth und FRAPORT Skyliners hinzukommen werden?

Das ist vor der Saison immer schwer zu sagen. In der letzten Saison hätten alle über Jena und Leverkusen gesagt: Die können aufsteigen. Jena mit dem Budget sicherlich, Leverkusen hätte zumindest um den Aufstieg mitspielen können sollen. Man sieht erst nach einigen Spieltagen wie gut die Mannschaften wirklich sind. Es ist nicht einfach, eine gute Truppe zusammenzustellen, die dann auch funktioniert. Geld alleine macht es dann oft nicht aus. Man muss ein Team auf die Beine stellen, was kämpft und eine gute Spielstärke hat. Ich weiß nicht, ob Frankfurt oder Bayreuth aufsteigen wollen und können. Für uns wird jedes Spiel eins sein, in das wir uns reinhängen und kämpfen müssen. Es wird für uns keine leichten Gegner geben. Wir wollen das Beste aus der Saison rausholen.




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