Solingen. (PM BHC) Die Stimmung in der mit 800 Zuschauern ausverkauften Solinger Klingenhalle war famos. In der ersten Halbzeit hatte der Bergische HC im... Heimfinale mit bitterem Schlusspunkt

Fabian Gutbrod – © Sportfoto-Sale (MK)

Solingen. (PM BHC) Die Stimmung in der mit 800 Zuschauern ausverkauften Solinger Klingenhalle war famos.

In der ersten Halbzeit hatte der Bergische HC im letzten Heimspiel der Saison gegen den TVB Stuttgart sogar wie der Sieger ausgesehen. Doch nach Wiederanpfiff bekam die Deckung wenig Zugriff, so dass sich die Partie komplett drehte. Ein letzte Aufholjagd der Löwen wurde beim 30:31 (17:13) nicht von Erfolg gekrönt.

Die Partie begann vielversprechend. Obwohl Csaba Szücs das Feld für eine Weile verlassen musste, weil er im Gesicht etwas abgekommen hatte, stand die Deckung mit Max Darj und Lukas Stutzke im Innenblock gut. Der BHC kam ins Tempospiel und erarbeitete sich auch im gebundenen Angriff gute Gelegenheiten. Jeffrey Boomhouwer stellte nach einem Ballgewinn auf 7:4, wenig später führten die Löwen sogar 12:7. Eine kurze Schwächephase kompensierte die Truppe in den Minuten vor der Pause eindrucksvoll. Dem 12:10 ließen Stutzke, Szücs, Alexander Weck, nochmals Szücs sowie Tomas Babak die Treffer eines 5:1-Laufs folgen. Gleichzeitig parierte in dieser Phase Tomas Mrkva ein paar freie Bälle.

Die 17:13-Halbzeitführung war nach Wiederanpfiff aber schnell weg. Jerome Müller war der entscheidende Stuttgarter Spieler in den ersten Minuten nach der Pause. Er erzielte alle Treffer auf dem Weg zum 17:18 aus TVB-Sicht. Danach gelangen den Schwaben, die oft auf das taktische Mittel des siebten Feldspielers setzten, auch immer wieder Kreisanspiele. Der BHC bekam die Gäste defensiv einfach zu selten gestoppt. Dadurch fehlten die Konter, die die Mannschaft vor der Pause noch so überzeugend vorgetragen hatte.

Im gebundenen Angriff blieben die Hausherren zwar dran, und sie erarbeiteten sich auch ein paar Momente, in denen der Funke vom Publikum komplett übersprang – wie bei Fabian Gutbrods Treffer zum 26:26. Im passiven Spiel hatte der BHC keinen Pass mehr, doch der Kapitän schraubte den Ball noch über die Deckung in die Maschen. Danach aber parierte TVB-Torhüter Johannes Bitter entscheidend, während seine Mannschaft einen 30:27-Vorsprung herausarbeitete.

Mit dem Rücken zur Wand kamen die Bergischen noch ein letztes Mal zurück. Die 5:1-Abwehr mit Linus Arnesson auf der Spitze funktionierte, so dass nach Toren von Gutbrod, Arnesson und Max Darj 90 Sekunden vor Schluss plötzlich doch wieder alles drin war. 30:30 stand es, als der BHC einen Wechselfehler beging, der sich als entscheidender Dämpfer erweisen sollte. In Überzahl trafen die Schwaben durch Alexander Schulze von außen zum 31:30. Arnesson kam drei Sekunden vor dem Ende noch zu einem ordentlichen Rückraum-Wurf, doch Bitter parierte den Ball und hielt so den knappen Stuttgarter Sieg fest.

Löwengebrüll – die Stimmen zum Spiel
Jürgen Schweikardt:
„Wir haben es dem BHC in der ersten Halbzeit zu einfach gemacht. Nach vier Minuten hatten wir schon drei Bälle ins Aus geworfen, so dass der BHC nur nach vorne laufen musste, um Tore zu werfen. Im Angriff waren wir eigentlich 60 Minuten gut, aber wir haben zu viele Gegenstöße kassiert in der ersten Halbzeit. Das wollten wir besser machen nach der Pause. Da sind wir super reingekommen – vor allem durch Jerome Müller. Dann helfen uns auch das Sieben-gegen-Sechs noch mal und Johannes Bitter im Tor. Durch die kämpferische Leistung in der zweiten Halbzeit haben wir es uns auch verdient.“

Sebastian Hinze: „Wir spielen eine sehr, sehr gute erste Halbzeit – egal, wer auf der Platte war, da war Aggressivität in den Zweikämpfen. Wir hatten eine kurze Phase, in der wir ein paar Bälle liegenlassen, aber wir kommen wieder gut raus. Gerade das Paket Abwehr-Tempospiel, auch im Sieben-gegen-Sechs sind wir immer in den Konter gegangen. Das war sehr gut. Das nehmen wir uns auch für die zweite Hälfte vor, aber wir kommen dann ganz schlecht in die Abwehr. Das ist für mich die Grundproblematik. Wir verlieren unsere Basis, kommen auch nicht ins Tempospiel. Im Angriff haben wir gute Schusssituationen, die Johannes Bitter dann wegnimmt. Aber wir dürfen es nicht zu der Situation kommen lassen, sondern müssen die zweite Halbzeit so gestalten, dass wir bei 13 oder 14 Gegentoren landen. Dann hätten wir das Spiel gewonnen. Das ist sehr schade. Wir müssen uns vorwerfen lassen, dass wir aus der Halbzeit nicht gut in die Abwehr gekommen sind.“

Bergischer HC – TVB Stuttgart 30:31 (17:13)
Bergischer HC: Mrkva, Rudeck – Boomhouwer (5/1), Damm, Gutbrod (6), Stutzke (2), Weck (1), Arnesson (8/2), Babak (2), Szücs (2), Darj (3), Nikolaisen, Bergner, Uscins (1), Thomas. Trainer: Sebastian Hinze
TVB Stuttgart: Bitter, Prost – Häfner (1), Weiß (1), Lönn (5), Schulze (5), Röthlisberger, Wissmann, Nicolaus (2), Müller (6), Pfattheicher, Peshevski (4), Kristjansson (5), Wieling (2)
Schiedsrichter: Marcus Hurst und Mirko Krag
Siebenmeter: 3/6 – 0/1
Zeitstrafen: 3 – 3 (Szücs, Stutzke, Thomas – Röthlisberg, Weiß, Nicolaus)
Spielverlauf: 2:1 (5.), 5:3 (10.), 8:4 (15.), 12:7 (20.), 13:11 (25.), 17:13 (30.), 18:16 (35.), 22:20 (40.), 24:25 (45.), 25:25 (50.), 26:28 (55.), 30:31 (60.)

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