Lemgo. (PM TBV) An diesen Heimsieg wird man noch länger gerne zurückdenken: Im ersten Heimspiel des Jahres feiert der TBV Lemgo Lippe gegen die... An Zecher beißen sich die Löwen die Zähne aus

© TBV Lemgo Lippe Media/PR

Lemgo. (PM TBV) An diesen Heimsieg wird man noch länger gerne zurückdenken: Im ersten Heimspiel des Jahres feiert der TBV Lemgo Lippe gegen die Rhein-Neckar Löwen ein grandioses Handballfest – und schlägt die Mannheimer nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit am Ende deutlich mit 33:25 (15:16).

Dass die Löwen im zweiten Durchgang elf Minuten ohne Ausbeute blieben, war nebst leidenschaftlicher Abwehrarbeit der Hausherren auch Finn Zechers Verdienst, der auf sage und schreibe 16 Paraden kam – und völlig zurecht nach Spielende die Humba anstimmen durfte.

Zum Spielverlauf: Für den Heimauftakt ins Jahr 2024, keine 72 Stunden nach der ärgerlichen 25:26-Niederlage beim HC Erlangen, ließ Florian Kehrmann zu Beginn eifrig rotieren: Die neue Flügelzange bildeten Lukas Zerbe (anstelle von Bobby Schagen) und Leve Carstensen (für Samuel Zehnder), Tim Suton übernahm die Rolle des Spielgestalters auf Rückraum Mitte, zunächst flankiert von Nicolai Theilinger und Emil Buhl Laerke – und eben jener Zecher stand für Urh Kastelic zwischen den Pfosten.

Und der Plan, die Löwen mit einer ungewohnten Formation vor neue Aufgaben zu stellen, ging auf. Zwar legten die Gäste aus Mannheim in Durchgang eins stets vor, doch Lemgo blieb ihnen auf den Fersen. Nach dem 1:3 des Dänen Niclas Kirkelokke, der gerade in den Anfangsminuten aus allen Lagen auf den Kasten Zechers feuerte, besorgte zunächst Carstensen den Anschluss, ehe eine Zecher-Parade den Gegenstoß von Zerbe zum 3:3 einleitete (5.). Auch Laerke stellte seine Shooter-Qualitäten unter Beweis, traf in den ersten zehn Minuten dreifach. Was den Lippern in der Anfangsviertelstunde zudem den Rhythmus raubte, waren teils streng geahndete Zeitstrafen. Denn: Attackierten die Löwen aus dem Positionsangriff heraus, agierte der TBV zumeist sattelfest. So manches Mal musste sich der Tabellen-9. daher auf seine individuelle Klasse berufen, brandgefährlich war vor allem die erste Welle, gegen die der TBV oft nur das Nachsehen hatte. Nachdem Jannik Kohlbacher eine dieser Gegenstöße zum 7:11 vollendet hatte, trommelte Kehrmann in Minute 17 die Seinen erstmals zusammen.

Der Doppelwechsel – Lukas Hutecek und Niels Versteijnen kamen für Laerke und Theilinger – machte sich wenige Minuten später bezahlt. Erst verkürzte Suton, der seine starke Leistung in Erlangen an diesem Nachmittag noch zu toppen wusste, dann verwandelte Samuel Zehnder den von Versteijnen herausgeholten Strafwurf zum 10:13 (22.). Die Lipper drängten die Gäste in dieser Phase mehrmals an den Rand des Zeitspiels oder in aussichtsarme Wurfpositionen, sodass Suton auf der Gegenseite wuchtig den Anschluss (13:14, 25.) herstellte. Bei diesem Rückstand blieb es bis zur Pausensirene. Leve Carstensen konterte Jon Lindenchrone zum 15:16, ehe Zecher dessen letzten Wurf diesmal erfolgreich abwehrte.
So ausgeglichen die erste Hälfte verlief, so überraschend einseitig sollte die zweite werden. Der TBV Lemgo Lippe zeigte sich nach dem Seitenwechsel sofort zur Stelle:

Erst markierte Hutecek den Ausgleich, dann traf Suton mit seinem vierten Tor im fünften Versuch per Gegenstoß zur ersten Führung (17:16). Sofort war zu spüren, dass die Mannheimer immer mehr Schwierigkeiten hatten, Löcher ins Lemgoer Defensivgeflecht zu reißen. Der zwischenzeitliche 18:18-Ausgleich von Löwen-Linksaußen David Móré ließ die Erfolgssträhne der Gäste reißen.

Einer wuchs nun über sich hinaus: Finn Zecher verzeichnete ab der 40. Minute sechs Paraden hintereinander, sodass die Mannschaft von Sebastian Hinze zwischen Wiederanpfiff und 45. Minute auf gerade einmal zwei Tore kam. Beim TBV lief hingegen nun alles wie am Schnürchen, schaltete immer wieder blitzschnell um und schraubte das Ergebnis in die Höhe. Nachdem Zerbe auf 23:18 (45.) gestellt hatte, beorderte Hinze seine Mannschaft ins Sieben-gegen-sechs. Der Formationswechsel verpuffte, an Abwehrchef Frederik Simak und Co. schien kaum noch ein Durchkommen. Vorne klappten auch die Würfe aus der Distanz: Hutecek wuchtete zum 26:19, ein No-look-Pass von Simak für Carstensen zum 29:23 (56.) war ein Treffer für die Galerie – und stand irgendwo auch sinnbildlich für den Rausch, in den sich die Lipper im zweiten Durchgang gespielt hatten.

Die restlichen Minuten waren zum Genießen, entsprechend groß fielen auch die Jubelarien nach Spielende aus. Der TBV hat zum einen auf die schmerzhafte Niederlage in Erlangen ein dickes Ausrufezeichen folgen lassen, aber vor allem der mit 4520 Zuschauern stattlichen Kulisse in der Phoenix Contact-Arena einen sportlichen Rahmen verpasst, den sich wohl kein Lipper hätte schöner ausmalen können.

TBV-Trainer Florian Kehrmann am Dyn-Mikrofon: „Dieses Ergebnis müssen wir erstmal in Ruhe sacken lassen. Ich fand, dass wir schon in der ersten Halbzeit keine schlechte Leistung gebracht hatten, machen aber ein, zwei Fehler im Abschluss zu viel. Trotzdem haben wir es geschafft, die Löwen über unsere Abwehrarbeit zu dominieren. In der zweiten Halbzeit kriegen wir zwei, drei unglaublichen Paraden, die die Halle hier zum Kochen bringen, und vorne haben wir wirklich bis zum letzten Zentimeter die Sachen auf den Punkt gespielt und auch immer den Abschluss gefunden. In der Höhe ist das natürlich sensationell. Wir brauchen viele Spieler, um gut durch die Spiele zu kommen, und das hat heute sehr gut geklappt. Die Bundesliga ist völlig verrückt, die Mannschaften sind sehr eng beieinander und das sieht man jetzt immer wieder. Wir gucken auf uns, freuen uns auf jedes Spiel und schon jetzt aufs nächste Heimspiel, denn was heute hier los gewesen ist, war unglaublich.“

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