Bochum. (MK) So nah liegen Freud und Leid im Revier beieinander. 17 Kilometer sind es von Bochumer Ruhrstadion bis zum Dortmunder Signal Iduna Park... Sieg gegen Leverkusen, Platzsturm und emotionale Feier nach dem Klassenerhalt! Jetzt gilt es den Kader des VFL Bochum neu aufzustellen

Nach dem Schlusspfiff gab es in Bochum kein Halten mehr – © Sportfoto-Sale (MK)

Bochum. (MK) So nah liegen Freud und Leid im Revier beieinander. 17 Kilometer sind es von Bochumer Ruhrstadion bis zum Dortmunder Signal Iduna Park und 23 Kilometer bis zur Gelsenkirchener Veltins Arena „Auf Schalke“.

In Dortmund tiefe Trauer nach der verpassten Meisterschaft und in Gelsenkirchen muss der FC Schalke ein Jahr nach der Bundesliga-Rückkehr zurück in die harte Knochenmühle Zweite Liga absteigen. In Bochum kannte dagegen am Samstagnachmittag mit dem Schlusspfiff keine Grenzen. Mit 3:0 hatte der VFL Bayer Leverkusen geschlagen und damit den direkten Klassenerhalt geschafft.

Nicht wenige Experten hatten den VFL vor dem Spieltag noch in der Relegation gesehen. Für die Fans im Ruhrstadion gab es kit dem Schlusspfiff kein Halten mehr. Der Platzsturm verlief weitestgehend und glücklicherweise ohne größere Verletzungen. Fans und Spieler lagen sich erleichtert und freudig in den Armen. Trainer Thomas Letsch stimmte mit Beendigung der Pressekonferenz nach dem Spiel aus dem geöffneten die seinen Namen skandierenden Fans mit dem „Allez Allez Allez“ an. Bilder, die Emotionen hervorriefen und sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben werden. Und natürlich wurde bis in die frühen Stunden auch im Bermuda Dreieck weitergefeiert.

In Bochum sind nun alle froh, den Klassenerhalt geschafft zu haben und, dass es nun in den wohlverdienten Urlaub geht.

Auf die Verantwortlichen um Kaderplaner Marc Lettau wartet dagegen jetzt reichlich Arbeit. Die Ligenzugehörigkeit ist geklärt, nun gilt es wieder einen Kader aufzustellen, der in der Liga bestehen kann. Thomas Letsch bestätigte gegenüber Sport1, dass der Klassenerhalt auch in der kommenden Saison das große Ziel bleibt. Luftschlösser bauen in der Liga bekanntlich andere Klubs.
Nach wie vor offen ist, wann der vor rund drei Monaten erkrankte Sportchef Patrick Fabian wieder ins Tagesgeschäft eingreifen kann. Gerade in dieser Phase, in der der Grundstock des Bundesligakaders 23/24 gebaut wird, fehlt er natürlich ganz besonders.

Anders als in früheren Jahren, wurden am Samstag keine Spieler vom VFL verabschiedet. Der Fokus sollte voll und ganz auf das Spiel gerichtet sein.

Ganz wichtig und offiziell auch ausgesprochen ist, dass „Retter“ Thomas Letsch auch nächste Saison den VFL trainieren wird. Mit dem Klassenerhalt dürfte, so es denn stimmen sollte, auch der Abwerbeversuch von Ligarivale Borussia Mönchengladbach vom Tisch sein.

VFL Trainer Thomas Letsch – © Sportfoto-Sale (MK)


Auf der Torwartposition hat sich der VFL Bochum bereits quasi komplettiert. Manuel Riemann (34) und Backup Michael „Bruno“ Esser (35) bekommen mit dem vom SC Verl zurückverpflichteten Niclas Thiede (24) jüngere Konkurrenz im Kampf um die Kiste. Der in dieser Saison lange verletzte Paul Grave (22) könnte im Sommer wechseln. Ob ablösefrei, da der Vertrag ausläuft, oder per Leihe nach einer im Raum stehenden Vertragsverlängerung beim VFL, ist offen.

Erhan Masovic (24), Tim Oermann (19, zuletzt an den Wolfsberger AC verliehen), der Schweizer Neuzugang Noah Loosli (26, Grashoppers Zürich) und der noch bis voraussichtlich Jahresende an den Folgen eines Kreuzbandriss arbeitende Deutsch-Ägypter Mohammed Tolba (18) stehen als Innenverteidiger unter Vertrag.

Bei den Linksverteidigern steht Danilo Soares (31) neben den zuletzt verliehenen Jannes Horn (26, 1. FC Nürnberg) und Moritz Römling (22, RW Essen) noch in Lohn und Brot. Nicht ausgeschlossen ist, dass die beiden Letztgenannten auch in der kommenden Saison nicht in Bochum spielen werden.

Auf der Position des rechten Verteidigers wurde von Vizemeister Dortmund Felix Passlack (25) geholt. Jordi Osei-Tutu (24) und Cristian Gamboa (33) haben ebenfalls noch Vertrag.

Marc Lettau begrüßt Felix Passlack – © VFL Bochum 1848 Media/PR


Im defensiven Mittelfeld steht neben „Oldie but Goldie“ Toto Losilla (37) auch der nie richtige Fuß fassende polnische Nationalspieler Jacek Goralski (30) unter Vertrag. Mats Pannewig (18, aus der Talentwerk U19), Patrick Osterhage (23), „Goldfüßchen“ Kevin Stöger (29), sowie der im letzten Sommer aus Stuttgart verpflichtete Philipp Förster (28) bilden den Stamm im kreativen, offensiven Mittelfeld.

Gerrit Holtmann (28), Christopher Antwi-Adjei (29) und Takuma Asano (28) stehen auf den Außenpositionen weiterhin im Kader. Der Sauerländer Mittelstürmer Philipp Hofmann (30) konnte in seinem ersten „echten“ Bundesligajahr zeigen, dass er auch im Oberhaus treffen kann. Der während der Saison vom BVB verpflichtete Moritz Broschinski (22) kam zuletzt oft in der Schlussphase für Hofmann ins Spiel. Simon Zoller (32) kam zuletzt ebenfalls meistens von der Bank ins Spiel. Die Leihe von Luis Hartwig (20) nach St. Pölten endet ebenso im Sommer, wie das Leihgeschäft zwischen dem VFL und Olympique Nimes für „Problem-Profi“ Lyss Mousset (27) endet ebenfalls zum 30. Juni.

Silvère Ganvoula
© Sportfoto-Sale (MK)


Klar ist mittlerweile, dass Stürmer Silvere Ganvoula den VFL mit Ablauf seines Vertrages im Sommer mit unbekanntem Ziel verlassen wird. Die Leihe von Torwart Marko Johansson vom HSV endet ebenfalls. Zu klären ist, ob man die bislang ausgeliehenen Akteure Saidy Janko (Real Valladolid), Dominique Heintz (Union Berlin), Pierre Kunde (Piräus), Keven Schlotterbeck (Freiburg) und Ivan Ordets (Dinamo Moskau) nun fest verpflichten möchte. Bei Kunde dürfte das Interesse eher gering sein, da er sich nicht durchsetzen konnte. Trainer Thomas Letsch hat ein klares Bekenntnis zu Ivan Ordets abgegeben. Dafür muss aber auch die FIFA-Ausnahmeregelung für Spieler aus der russischen Liga verlängert werden. Dann könnte der zuletzt bärenstarke Ukrainer auch in der kommenden Saison in Blau-Weiß auflaufen. Bei Janko, Heintz und Schlotterbeck wird man genau abwägen, ob sie beim VFL in Zukunft eine größere Rolle einnehmen können.

Der Grieche Vasilios Lampropoulos (33) und sein Landsmann Konstantinos Stafylidis (29) haben Verträge, die am 30.06. auslaufen. Die Zeichen dürften bei beiden eher auf Trennung stehen. Diese dürften beide Seiten auch bei Jacek Goralski anstreben.

Laut Transfermarkt.de halten sich die Gerüchte um einen Wechsel des bei St. Pauli stark performenden Lukas Daschner (früher MSV Duisburg) ebenso hartnäckig, wie die um den Magdeburger Moritz Broni-Kwarteng. Um Dal Varesanovic (22, Mittelfeld, Sarajevo) und Stürmer Eduvie Ikoba (22, Zalaegerszegi TE FC) weiter hartnäckig.

Es gibt also reichlich aus dem aktuellen Kader abzuarbeiten, aber auch neue Spieler für den VFL zu begeistern. Die kommenden Wochen werden in dieser Hinsicht spannend. Am Wochenende 18. – 20. August beginnt die Spielzeit 2023/2024.

Somit ergibt sich aktuell das folgenden Bild:

Torhüter: Manuel Riemann, Michael Esser, Niclas Thiede (SC Verl)
Abwehr: Erhan Masovic, Tim Oermann, Noah Loosli (Zürich), Mohammed Tolba
Verteidiger: Danilo Soares, Jannes Horn, Moritz Römling, Felix Passlack (BVB), Jordi Osei-Tutu, Cristian Gamboa
Mittelfeld: Toto Losilla, Jacek Goralski, Mats Pannewig, Patrick Osterhage, Kevin Stöger, Philipp Förster
Außenbahn: Gerrit Holtmann, Christopher Antwi-Adjei, Takuma Asano,
Angriff: Philip Hofmann, Moritz Broschinski, Simon Zoller, Luis Hartwig, Lyss Mousset

Offene Personalien: Paul Grave (Tor), Saidy Janko, Dominique Heintz, Pierre Kunde, Keven Schlotterbeck, Ivan Ordets, Konstantinos Stafylidis,
Als sicher geltende Abgänge: Silvere Ganvoula, Marko Johansson,





Teamfoto VFL Bochum 2022 – © Sportfoto-Sale (MK)

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