Kämpferischer VfL verpasst gegen abgeklärte Lemgoer Einzug ins Final Four des DHB-Pokals – Lukas Blohme bekennt sich langfristig zum VFL – Trauer um Legende Hansi Schmidt

Zweikämpfe, wie hier mit Julian Köster (links), prägten das Spiel – © Sportfoto-Sale (MK)

Gummersbach. (PM VFL) Der VfL Gummersbach konnte seinen ganz großen Traum nicht wahrmachen und scheidet nach einem leidenschaftlichen, aber zu fehlerbehaftetem Auftritt aus dem DHB-Pokal aus.

Im ersten Pflichtspiel nach der Winterpause verlor das Team von Chefcoach Gudjon Valur Sigurdsson gegen den TBV Lemgo Lippe vor 4.132 Zuschauern in der ausverkauften SCHWALBE arena mit 30:33 (14:18). Das gesamte Spiel über liefen die Gummersbacher einem Rückstand hinterher und konnten ihre Stärken nicht wie gewohnt zur Entfaltung bringen. Während der Heimmannschaft die letzte Überzeugung und Cleverness fehlte, präsentierten sich die Lemgoer insgesamt abgeklärter und effektiver. Der VfL Gummersbach verpasst damit den Einzug ins prestigeträchtige REWE Final4 und scheidet zum zweiten Mal in Folge im Viertelfinale aus dem Pokalwettbewerb aus.

Bereits in den Anfangsminuten wurde den Zuschauern ein flottes Spiel zweier topmotivierter Mannschaften geboten. Dem VfL fehlte in guten Abschlusspositionen allerdings in den ersten Szenen noch die nötige Präzision im Torabschluss, so dass nach fünf Minuten ein 2:4-Rückstand zubuche stand. In der Defensive agierten die Oberbergischen entschlossen, während sich in der Offensive in der ein oder anderen Szene doch leichte Nervosität zeigte, beispielsweise als Dominik Mappes beim Spielstand von 5:6 in der elften Minute nach eigenem Ballgewinn beim Wurfversuch ins leere Tor nur die Latte traf. Trotz des hohen Engagements und der großen Laufbereitschaft der Hausherren traten die Gäste aus Lemgo souveräner auf, was sich in Minute 14 im ersten Vier-Tore-Rückstand der Gummersbacher auf der Anzeigentafel niederschlug (5:9).

Immer wieder bissen sich die Gastgeber die Zähne an TBV-Keeper Finn Zecher aus und lagen so zwischenzeitlich mit fünf Treffern hinten (8:13, 19. Minute). Im Gegenzug parierte Fabian Norsten, der zwischen den Pfosten für Tibor Ivanišević eingewechselt wurde, erstmals in Minute 22 spektakulär, woraufhin Mappes per Strafwurf zum 11:14 verkürzte (23. Minute). Insgesamt fehlte jedoch weiterhin die Konstanz im Angriff, so dass der Rückstand in der 27. Minute wieder auf fünf Tore anwuchs (12:17). Der letzte Treffer der ersten Halbzeit gebührte dann jedoch Lukas Blohme, der im Vorfeld der Partie seinen Vertrag bei den Blau-Weißen bis 2027 verlängerte und drei Sekunden vor dem Pausenpfiff zum 14:18 traf.

Im zweiten Durchgang fand erst der sechste Angriff beider Teams zusammen zugunsten des TBV den Weg ins Tor (14:19, 33. Minute). Mit seiner dritten Parade in der zweiten Spielhälfte verhalf Norsten seinem Team jedoch schon eine Minute später zur Chance beim Stand von 17:20 auf zwei Treffer zu verkürzen, doch auch sein Gegenüber Zecher war beim Wurf von Julian Köster zur Stelle. Erfolgreicher war der deutsche Nationalspieler in der 37. Minute, als er den VfL mit dem Treffer zum 19:21 wieder auf Tuchfühlung brachte. Die Oberbergischen hatten nun sichtlich Blut geleckt und brachten die Gäste nun immer mehr in Bedrängnis. Mit seinem Anschlusstreffer zum 21:22 heizte Jonas Stüber die Stimmung bei den VfL-Fans wieder vollends ein (40. Minute). Nach der prompt folgenden Auszeit durch TBV-Trainer Florian Kehrmann kehrte jedoch erst einmal wieder Ruhe ins Lemgoer Spiel, während die Gummersbacher bis zur 47. Minute brauchten, um den nächsten eigenen Treffer zum 22:25 zu erzielen.

Ein weiteres Mal bäumte sich der VfL gegen das drohende Ausscheiden aus dem Pokalwettbewerb aus. Auf die Parade durch Norsten folgte der Gegenstoßtreffer durch Hákon Dadi Styrmisson zum 24:27 (49. Minute). Kämpferisch legten die Gastgeber nun alles in die Waagschale, scheiterten aber immer wieder an Zecher, der in der 52. Minute nach eigener Parade selbst den Ball ins leere Tor der Gummersbacher warf (25:29). Dennoch bewiesen die Oberbergischen immer wieder Moral und kämpften sich in Minute 55 durch Mappes wieder auf zwei Treffer heran (28:30). Der Versuch eines Anschlusstreffers von Styrmission landete jedoch am Pfosten. Für die Vorentscheidung zugunsten der Gäste sorgte der 29:32-Rückstand für den VfL in der 58. Minute. Zwar brachte Köster sein Team in Minute 59 noch einmal auf 30:32 heran, der anschließende Gegentreffer zerstörte jedoch die letzten Pokalträume der Gummersbacher (30:33).
Bereits am kommenden Donnerstag, den 9. Februar, trifft der VfL Gummersbach ein weiteres Mal in der heimischen Spielstätte auf den TBV Lemgo Lippe. Um 19:05 Uhr wird dann die Begegnung der beiden Mannschaften anlässlich des vorgezogenen 20. Spieltags der LIQUI MOLY HBL angepfiffen. Tickets für die Partie können unter vfl-gummersbach.de/tickets/ erworben werden.

Das sagen die Trainer zum Spiel




VfL Gummersbach bindet Leistungsträger Blohme langfristig bis 2027

Lukas Blohme vom VFL – © Sportfoto-Sale (MK)

Der VfL Gummersbach hat einen wichtigen Schritt in puncto langfristiger Personalplanung gesetzt und den noch bis 2025 laufenden Vertrag mit seinem Leistungsträger Lukas Blohme vorzeitig um zwei weitere Jahre verlängert. Der Rechtsaußen hält den Oberbergischen damit mindestens für die kommenden viereinhalb Spielzeiten weiter die Treue. „Die vorzeitige Vertragsverlängerung von Lukas und die damit verbundene Laufzeit des neuen Vertrags ist ein deutliches Zeichen, dass wir mit der Entwicklung von Lukas sehr zufrieden sind und die aktuelle Mannschaft zusammenhalten wollen, damit wir weiterhin noch viel Spaß an ihr haben werden“, betont VfL-Geschäftsführer Christoph Schindler: „Aus meiner Sicht wird Lukas in den nächsten Jahren nicht nur ein wichtiger Spieler des VfL Gummersbach sein sondern sicher auch ein Thema für die Nationalmannschaft.“

Im Sommer 2019 führte der Weg des Linkshänders nach diversen Jugendstationen in der Handballakademie der SG Flensburg-Handewitt und einer Zwischenstation beim ASV Hamm-Westfalen ins Oberbergische. In den vergangenen Jahren ist Blohme zum Publikumsliebling und absoluten Leistungsträger herangereift. Erst im vergangenen Sommer hatte Blohme zudem seinen Kontrakt beim VfL bis 2025 erweitert. „Ich bin sehr glücklich, dass wir den Vertrag noch einmal mit ihm verlängern konnten“, äußert sich sein Cheftrainer Gudjon Valur Sigurdsson: „Lukas ist bei den Fans, im Verein und bei der Mannschaft sehr beliebt und ein wichtiger Bestandteil unseres Teams. Er übernimmt immer mehr Verantwortung, steigert seine Leistungen und wird immer konstanter.“ Mit bisher 102 Toren in der laufenden Spielzeit in der LIQUI MOLY HBL ist der 28-Jährige aktuell bester Torschütze seiner Mannschaft und liegt im ligaweiten Vergleich auf Rang fünf. „Lukas hat in der Hinrunde bewiesen, dass er zu den absolut besten Rechtsaußen der Liga gehört und wir freuen uns sehr, dass wir unser Rechtsaußen-Duo für die nächsten Jahre haben und auf die gemeinsame Zukunft.“ Auch Blohme selbst sieht der kommenden Zeit im blau-weißen Dress rundum positiv entgegen: „Meine Verlobte Kira und ich fühlen uns in der Stadt und der Umgebung sehr wohl. Das spielt für mich eine enorm wichtige Rolle, denn es ist immer leichter Leistung zu bringen, wenn es der Familie gut geht, sowohl beruflich als auch privat. Für mich passt hier einfach alles zusammen. Der Verein ist auf einem guten Weg etwas Großes zu schaffen und ich freue mich jetzt schon seit fast vier Jahren Teil dessen zu sein und diesen Weg weiterhin mitzugehen und auch das Vertrauen von Vereinsseite zu bekommen meinen Vertrag wieder vorzeitig zu verlängern und bis mindestens 2027 ein Teil der VfL-Familie zu sein.“

VfL Gummersbach trauert um Handballlegende Hansi Schmidt

Der VfL Gummersbach trauert um seinen ehemaligen Weltklassespieler Hans-Günther „Hansi“ Schmidt. Der 80-Jährige verstarb in der Nacht auf den heutigen Sonntag im Kreise seiner Familie in Gummersbach. Mit Hansi Schmidt verliert der VfL Gummersbach einen der prägendsten und erfolgreichsten Weggefährten seiner Vereinsgeschichte.

1.404 Tore in 226 Bundesliga- und Europapokaleinsätzen für den VfL, dazu 484 Tore in 98 Länderspielen für Deutschland sprechen für sich – Hansi Schmidt war ein absoluter Torjäger, der den deutschen Handballsport in den 1960er und 1970er Jahren wie kaum ein anderer prägte. Gemeinsam mit dem VfL Gummersbach feierte er sieben Meistertitel und vier Europapokalsiege, an denen er einen enormen Anteil hatte.

Im Zuge einer Ehrung anlässlich seines 80. Geburtstags im September vergangenen Jahres war der VfL Gummersbach in den letzten Monaten in engem Austausch mit Hansi und seiner Familie – auch um einen Besuch des ehemaligen Spielers in der SCHWALBE arena zu organisieren. Dazu wird es nun leider nicht mehr kommen.

Die gesamte VfL Gummersbach-Familie ist zutiefst bestürzt über Hansis Tod. Unsere Gedanken und unser Mitgefühl sind bei seiner Familie.

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