Bonn. (PM Baskets) Sie hatten ALBA Berlin bereits am Rande einer Niederlage, doch am Sonntagabend ging den Telekom Baskets Bonn auf der Zielgeraden die... Pokalaus nach Verlängerungs-Krimi

Leon Kratzer (Bonn) – © Sportfoto-Sale (MK)

Bonn. (PM Baskets) Sie hatten ALBA Berlin bereits am Rande einer Niederlage, doch am Sonntagabend ging den Telekom Baskets Bonn auf der Zielgeraden die Luft aus.

Auch weil zusätzlich zu Michael Kessens Big Man Saulius Kulvietis mit einem entzündeten Zeh ausfiel, musste sich die Mannschaft von Trainer Tuomas Iisalo nach Verlängerung mit 80:83 (17:14, 21:17, 19:19, 13:20, 10:13) dem Deutschen Meister geschlagen geben und schied so im Achtelfinale des MagentaSport BBL Pokals aus. Am Samstag, dem 9.10.2021, treten die Baskets auswärts in der easyCredit BBL bei der BG Göttingen an.

Key facts

Den Sack nicht zugemacht: Bonn führte 1:51 Minute vor Ende der regulären Spielzeit noch mit 70:63, schaffte es jedoch anschließend nicht mehr zu punkten
Rebound-Duell: Ohne ihre zwei „Big Men“ verlor Bonn das Rebound-Duell mit 35:50
Baskets-Defense: Bonn zwang Berlin zu 17 Ballverlusten und stahl acht Mal den Ball
Crunchtime: Es ist das dritte Baskets-Spiel in Folge, das erst in den Schlusssekunden entschieden wurde

Spielbericht

Headcoach Tuomas Iisalo vertraute wie zuletzt einer Starting-Five aus Parker Jackson-Cartwright, Karsten Tadda, Jeremy Morgan, Tyson Ward und Leon Kratzer. Das erste Viertel verlief punktarm, wenn auch ausgeglichen. Zwar konnten sich die Baskets erneut viele gute Würfe herausspielen, im Abschluss fehlte ihnen jedoch das letzte Quäntchen Glück. (6:6, 4. Minute). Obwohl offensiv noch viel Luft nach oben blieb, lagen die Baskets nach zehn Minuten mit 17:14 vorn. Vor allem deswegen, da ihre Defense den Deutschen Meister bei einer Wurfquote von 29 Prozent hielt.

Nach einem schnellen Berliner Ausgleich (17:17, 11.) kam Bonn nun auch offensiv besser in die Partie. Über Leon Kratzer, der aufgrund der Ausfälle von Kessens und Kulvietis besonders gefordert war, und Tyson Ward spielten sich die Baskets ein kleines Punktepolster heraus (26:19, 16.). Berlin drängte in der Folge zunehmend auf den Ausgleich (28:26), doch die Gäste vom Rhein hatten dank ihrer Verteidigung und einem Jackson-Cartwright immer wieder die richtigen Antworten parat (35:28, 19.). Den 38:31-Halbzeitstand stellte anschließend Morgan von der Dreierlinie her.

Nach dem Seitenwechsel war es vor allem Kratzer, dem die Baskets ihre höchste Führung des Spiels zu verdanken hatten. Der Center wurde wiederholt unter dem Korb gefunden, griff sich wichtige Rebounds und traf auch von der Freiwurflinie zum 44:36 (23.). In der 38. Minute drohte das Spiel zu kippen, da Berlin mit einem zwischenzeitlichen 7:0-Lauf die Führung übernahm (49:50), doch Bonn bewahrte kühlen Kopf, antwortete seinerseits mit einem 8:0-Lauf und nahm so eine 57:50-Führung ins Schlussviertel.

Dort erzielte „PJC“ sieben Punkte in Serie und verteidigte im Alleingang die Bonner-Führung (64:57, 34.). Auch wenn Berlin immer wieder drohte, das Spiel auszugleichen (64:62, 35.), behielten die Baskets bis zur 39. Minute die Führung (70:63). In der anschließenden Crunchtime fehlte ihnen jedoch dann erneut das Glück, um den Sieg über die Ziellinie zu bringen. Ein unglücklich abgegebener Rebound hier, Pech im Abschluss da – schon witterte der Deutsche Meister die Chance, das Ruder doch noch herumreißen zu können (70:68, 40.). 8,5 Sekunden vor Spielende, und bei noch 3,8 Sekunden auf der Wurfuhr, nutze Berlin seine letzte Chance, um das Spiel auszugleichen oder gar zu gewinnen. Trotz starker Verteidigung von Justin Gorham traf Luke Sikma im Zurückfallen einen schwierigen Mitteldistanzwurf und rettete sein Team so in die Verlängerung, weil sich Morgans Dreier anschließend mit Ablauf der Spieluhr wieder herausdrehte (70:70, 40.).

In der Verlängerung legte zwar Karsten Tadda mit einem Dreier vor (73:70, 41.), doch die Baskets rannten sich in den zusätzlichen fünf Minuten zu oft in der nun gut sortierten Berliner Defense fest, sodass die Gastgeber gewinnbringend davonziehen konnte (78: 82, 43.). Sechs Sekunden vor Spielende erzielte Gorham zwar noch den 80:82-Anschlusstreffer, doch nach einem erfolgreichen Berliner Freiwurf und einer Bonner Auszeit verfehlte der letzte Dreipunktewurf von Morgan das Ziel und damit die erneute Verlängerung (80:83, 45.).

Stimmen zum Spiel

Tuomas Iisalo (Headcoach Telekom Baskets Bonn): „Wir hatten jetzt zwei sehr knappe Spiele hier. Wir haben eins davon gewonnen und waren beim zweiten kurz davor. Das ist eigentlich unglaublich, wenn man das Level des Gegners bedenkt. Uns haben heute Spieler unter dem Korb gefehlt, wodurch wir Probleme beim Rebound hatten. Auch unsere Ausführung der Offense ist noch nicht da, wo sie sein sollte, aber mein Team hat die Probleme mit Einsatz wettgemacht und darauf bin ich sehr stolz. Am Ende haben Kleinigkeiten entschieden. Ein Freiwurf oder ein Stop hätten das Spiel andersherum entscheiden können. Wir haben viele junge Spieler und aus diesem Spiel können sie lernen, wie wichtig jeder Ballbesitz in solchen Situationen gegen Gegner auf dem Niveau von ALBA ist.“

Israel González (Headcoach ALBA Berlin): „Ich bin sehr zufrieden mit dem Einsatz, den mein Team heute gezeigt hat. Bonn ist eine sehr gute, gut gecoachte Mannschaft. Es ist sehr schwierig gegen sie zu spielen und ihre Defense zu attackieren. Im ersten Spiel hatten wir am Ende etwas Pech, heute hatten wir etwas mehr Glück. Und wir mussten heute große Probleme kompensieren. Zusätzlich zu den eh schon vier Verletzten Innenspielern hat sich Marcus Eriksson im Spiel in Barcelona eine schmerzhafte Rippenprellung zugezogen und Tamir Blatt ist heute umgeknickt und konnte daher in der zweiten Hälfte nicht mehr spielen. Wir hatten auch kaum Zeit uns auf das Spiel vorzubereiten, weil wir direkt aus Barcelona angereist sind. Vor diesem Hintergrund bin ich sehr stolz auf den Spirit und den Glauben an sich selbst, den mein Team gezeigt hat. Das war wirklich unglaublich.“

Punkteverteilung

Telekom Baskets Bonn: Ward (9 Punkte/3 Dreier), Gorham (12, 11 Rebounds), Tadda (3/1), Bowlin (0), Morgan (13/2), Kratzer (11, 10 Rebounds), Hasbargen (6/2 Dreier), Jackson-Cartwright (26/2, 9 Assists), Kulvietis (dnp), Falkenstein (dnp)

Alba Berlin: Lo (10), Da Silva (2), Smith (16), Delow (5), Mattisseck (2), Schneider (0), Olinde (2), Sikma (13), Blatt (4), Zoosman (20), Lammers (9)

sportstimme

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