Chemnitz. (PM) Die Kooperation mit den Dresdner Eislöwen trägt erste Früchte, von denen auch das Chemnitzer Eishockey in der nächsten Saison besonders profitieren wird. Für die...

Chemnitz. (PM) Die Kooperation mit den Dresdner Eislöwen trägt erste Früchte, von denen auch das Chemnitzer Eishockey in der nächsten Saison besonders profitieren wird. Für die Verteidigung ist es gelungen, gemeinsam mit den Eislöwen vier starke Spieler zu finden, die das Eis vor und im Chemnitzer Tor sauber halten werden.

Für Chemnitz ist die Verpflichtung der Abwehrspieler ein Coup. „Die Spieler trainieren sowohl in Chemnitz wie auch in Dresden und werden daher optimal vorbereitet sein. Das höhere Tempo der zweiten Bundesliga wird die Spieler schulen – davon werden wir hier in Chemnitz profitieren. Alle Spieler sind ausgezeichnete Talente, die wir gemeinsam mit Dresden entwickeln wollen.“

Entsprechend der Absprache mit dem Kooperationspartner werden diese Spieler, die mit einer Förderlizenz ausgestattet sind, bei fast allen Spielen für Chemnitz in der Oberliga verfügbar sein. „Wir haben unsere Spielplanung dahingehend abgestimmt, dass es möglichst wenige Überschneidungen gibt.“ erklärt dazu der Trainer der Wild Boys Torsten Buschmann.

Christian Hacker steht für die Wild Boys im Tor
Der 20-jährige gebürtige Schongauer besitzt trotz seiner Jugend bereits eine lange Erfahrung im „Kasten“. Christian Hacker begann seine Karriere beim EC Bad Tölz und beim EV Landsberg, wo er in den Altersklasse U16 und U18 spielte, bevor er zu den Jungadlern Mannheim wechselte. Mit diesen errang er zweimal die Deutsche Meisterschaft in der Nachwuchsliga DNL, bevor er 2010 zum Junioren-Team des EC Petting ging, wo er erneut die Meisterschaft holte und danach in das Team des Oberligisten wechselte. 2011 setzte er sich schließlich bei einem Try-Out der Dresdner Eislöwen gegen weitere Konkurrenten durch und eroberte so die zweite Torhüter-Position. In Dresden hat man Christian Hacker nicht nur wegen seinem Können, sondern auch wegen seinem Fleiß ausgewählt.

 

Drei starke Verteidiger für Chemnitz

Aaron Reckers kann ebenfalls per Förderlizenz für Chemnitz auflaufen – © by Eishockey-Magazin (SR)

Der 1991 in Berlin geborene Jari Pietsch begann seine in der Nachwuchsabteilung der Eisbären Juniors Berlin, für die er von 2006 bis 2009 in der Deutschen Nachwuchsliga DNL auf dem Eis stand. 2008 gab er dann seinen Einstand in der Oberliga für F.A.S.S. Berlin. 2009 nahm Pietsch an der U18-Junioren-Weltmeisterschaft teil. Bei den Dresdner Eislöwen steht Jari Pietsch seit 2010 unter Vertrag.
Mit dem 1989 in Bissendorf geborenen Aaron Reckers wird ein weiterer Verteidiger im Küchwald auflaufen, der sowohl Oberligaluft geschnuppert hat, wie auch Erfahrungen aus der zweiten Bundesliga mitbringen wird. Seine Karriere begann Aaron Reckers in Iserlohn, bevor er 2008 in Halle bei den Saale Bulls und danach bei den Piranhas in Rostock spielte. Seit 2010 spielte Aaron Reckers in der Verteidigung der Passau Black Hawks in der Oberliga Süd, bevor er mit einer Förderlizenz nach Dresden kam. In seiner letzten Saison erzielte Aaron Reckers bei den Passau Blackhawks 13 Punkte in 33 Spielen.

Der 1989 in Freiburg geborene Gregor Stein begann seine Karriere in der U20-Mannschaft in Wien und spielte ab 2004 österreichischen Nationalliga. 2005 kehrte er nach Freiburg zurück und lief dort in der 2. Bundesliga auf. Aufgrund der gezeigten Leistungen bekam der damals 17-jährige ein Vertragsangebot der Eisbären Berlin. 2009 wechselte Gregor Stein nach Leipzig, später Halle und lief ab 2011 wieder beim österreichischen Nationalligisten ATSE Graz auf, bevor er im Januar 2012 von den Dresdner Eislöwen verpflichtet wurde.

 

Mitgliederversammlung des ERV 07 e.V. tagte in der Eissporthalle
Am Freitag, dem 20. Juli 2012 fand in der VIP-Lounge der Eissporthalle im Chemnitzer Küchwald die Mitgliederversammlung des Eis- und Rollsportverein Chemnitz 07 e.V. als Träger der Eishockeymannschaft „Wild Boys“ statt. Die Versammlung war mit Spannung erwartet worden, da die Mitglieder des Vereins sich detaillierten Aufschluss darüber erhofften, wie es sportlich und kaufmännisch weiter gehen wird.

Vorstand entlastet
Der bisher amtierende Vorsitzende des Vereins Thomas Raitzsch legte zuerst Rechenschaft über die letzten vier Jahre ab und erläuterte die Situation des Vereins. Nach Vorlage des Rechenschaftsbericht und des Berichts des Kassenprüfers, der eine ordnungsgemäße Kassenführung testierte, wurde der Vorstand durch die Mitgliederversammlung bei zwei Gegenstimmen entlastet.

„Wir danken Thomas Raitzsch für das bisher Geleistete.“ sagte der zweite Vorsitzende des ERV 07 e.V. Jürgen Hammer. „Er hat den Verein in den letzten Jahren geprägt und viel Herzblut in das Chemnitzer Eishockey investiert. Dafür ist ihm ausdrücklich Anerkennung zu zollen.“
Wahl des neuen Vorstands
Als neuer Vorsitzender des Vereins wurde einstimmig von allen Anwesenden der 59-jährige Chemnitzer Unternehmer Dr. Gert Seifert gewählt. Dr. Seifert ist dem Eishockey bereits seit seiner Jugend verbunden und jagte dazumal selbst dem Puck hinterher. Dr. Seifert ist studierter Maschinenbauer und war in den 1990er Jahren lange Zeit als Geschäftsführer tätig. Heute betreibt er gemeinsam mit seiner Frau in Chemnitz einen Handel und eine Züchterei für exklusive Süßwasser-Zierfische. Dr. Seifert zur Seite stehen werden Jürgen Hammer als zweiter Vorsitzender, Rainer Kegler als Schatzmeister und Thomas Raitzsch als Verantwortlicher für die Koordinierung des Vereins. Als Marketingvorstand wurde Tim Schnelle gewählt.

Mit der Wahl des neuen Vorstandes beginnt nun für den ERV 07 e.V. ein neuer Abschnitt. „Wir wollen alle das Gleiche – dass gutes Eishockey in Chemnitz gespielt wird.“ betont der neue Vorsitzende Dr. Gert Seifert nach seiner Wahl und fährt fort: „Doch das ist nur möglich, wenn alle Diejenigen an einem Strang ziehen, die das gemeinsame Ziel haben, hier Eishockey zu erhalten. Ich lade alle Freunde des Chemnitzer Eishockeys daher ein, daran mitzutun.“

Thomas Raitzsch gab im Anschluss einen Ausblick über den zukünftigen kaufmännischen Kurs und stellte klar: „Unser oberstes Ziel ist nach wie vor die kaufmännische Konsolidierung. Auch wenn sich die Fans vielleicht mehr Stars in der Mannschaft gewünscht haben, so hat doch die finanzielle Sanierung die oberste Priorität. Wir wollen an den Punkt kommen, wo wir wieder stärker investieren können. Doch bis dahin ist noch ein ganzes Stück Weg zurückzulegen.“
Verbesserung der Konditionen bei Dauerkarten
Im Zuge der Mitgliederversammlung wurde eine auf vielfachen Wunsch erfolgte Anpassungen der Konditionen der Dauerkarten beschlossen. So werden Dauerkarten ab sofort nicht mehr personalisiert, um die Weitergabe an Freunde, Familienmitglieder oder Bekannte zu ermöglichen. Dazu wird ein Entwertungssystem eingeführt. Auch wurden die angesetzten Preise der Dauerkarten reduziert. Bei einem Planungsstand von 22 Spielen (mit Vorbereitungsspielen) ist so im Idealfall eine Ersparnis von bis zu 60 EUR gegenüber den normalen Ticketerwerb möglich.

 

Junge Spieler, die heiß auf den Erfolg sind

Im Anschluss an den offiziellen Teil gab es für alle Anwesenden Gelegenheit, sich auszutauschen und zu diskutieren. Dabei wurde noch einmal auf die zukünftige Ausrichtung der Mannschaft eingegangen. Dazu nahm Dr. Seifert Stellung und sagte: „Torsten Buschmann hat bei uns in allen sportlichen Fragen freie Hand. Wir bauen hier eine komplett neue Mannschaft auf, die anders sein wird, als in den Jahren zuvor. Natürlich weckt das bei vielen Fans Sorgen, da wir viele junge Spieler haben. Aber diese Spieler werden bis zu fünfmal in der Woche trainieren, einige vielleicht noch zusätzlich in Dresden. Im Laufe der Saison werden wir uns so einen Vorteil gegenüber anderen Mannschaften erarbeiten. Natürlich werden wir nicht der Favorit sein. Aber Eines bin ich mir sicher – wir werden auch keine Schießbudenmannschaft haben.“

Dazu ergänzte Tim Schnelle, der selbst jahrelang im Tor der Wild Boys gestanden hatte: „Gerade die Kooperation mit Dresden wird sich auszahlen. Da kommen keine Anfänger aufs Eis, sondern Jungs, die schnell sind, jede Menge Erfahrung haben und heiß auf den Sieg sind. Natürlich sind noch nicht alle Verpflichtungen veröffentlicht, aber wir werden konkurrenzfähig sein.“
Insgesamt blickt der neugewählte Vorstand optimistisch in die Zukunft. „Wir haben ein kleines Budget, aber ein großes Herz.“ fasste Thomas Raitzsch die Lage des Vereins am Ende passend zusammen.

sportstimme

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