Das große Zittern begann mit der Schlusssirene: Nach dem hart erkämpften 87:80 (15:19, 30:17, 19:20, 22:24)-Erfolg der Iserlohn Kangaroos gegen die BSW Sixers versammelten... Heimsieg gegen Top-Team bringt Kangaroos in die PlayOffs

© Max Winkler

Das große Zittern begann mit der Schlusssirene: Nach dem hart erkämpften 87:80 (15:19, 30:17, 19:20, 22:24)-Erfolg der Iserlohn Kangaroos gegen die BSW Sixers versammelten sich die Waldstädter am Mittelkreis der Matthias-Grothe-Halle.

Alle Augen waren gespannt auf das Telefon von Geschäftsführer Michael Dahmen gerichtet. Und dann kam die Erlösung. Die RheinStars Köln verloren ihr Heimspiel gegen Lok Bernau 63:70. Und damit stand fest: Die Kangaroos ziehen in die Playoffs der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB ein. Der Rest war Jubel!

Doch für den eigenen Erfolg im Hauptrundenfinale mussten die Iserlohner Basketballer 40 Minuten lang Schwerstarbeit verrichten. Der Auftakt in die Partie war zäh, die Defense kontrollierte auf beiden Seiten das Geschehen. Mit einem Wurf etwas oberhalb der Freiwurflinie sorgte Alexander Möller nach etwas mehr als einer Minute für die ersten Punkte der Partie (2:0, 1.). Nach knapp dreieinhalb Minuten verewigten sich auch die Gäste auf dem Scoreboard. Djordje Pantelic traf einen Korbleger zum zwischenzeitlichen 2:4 aus Sicht der Sixers.

Moritz Hübner (2) und Kapitän Joshua Dahmen versenkten anschließend drei Dreier (13:7, 7.), es ließ sich relativ gut an für die Kangaroos. Doch dann waren die Gäste um Coach Sebastian Ludwig wach. Yasin Turan verkürzte den Rückstand erst auf drei Zähler und egalisierte ihn anschließend (13:13, 8.). Nach einem 12:0-Lauf lagen die Sixers kurz vor Ende des ersten Viertels mit sechs Punkten in Front, ehe Toni Prostran den Rückstand per Distanztreffer auf drei Zähler minimierte (16:19, 10.).

Das zweite Viertel war das stärkste Viertel der Kangaroos am Samstagabend. In der Defense agierten die von Dennis Shirvan und Michael Dahmen betreuten Hausherren – Headcoach Stephan Völkel war leider erkrankt – konsequent. Und offensiv gaben sie das Tempo vor. Und damit knackten sie die Gäste aus Sachsen-Anhalt. Tanner Graham, der angeschlagen in die Partie ging und ein Riesenspiel machte, führte seine Farben heran. Und Moritz Hübner glich sie mit einem spektakulären Fastbreak-Dunking wieder aus (26:26, 15.).

Zwar brachte Lucien Schmikale die BSW Sixers anschließend mit zwei sicher verwandelten Freiwürfen wieder in Front. Doch nach der postwendenden Antwort von Tanner Graham kippte die Partie. Joshua Dahmen erzielte per Korbleger die erste Führung seit dem 13:7 und Faton Jetullahi legte nach (32:28, 17.). Und im Endspurt des zweiten Viertels wechselten die Gastgeber auf die Überholspur, beendeten den zweiten Abschnitt mit einem zweistelligen Punkte-Polster (46:36, 20.).

Nach dem Seitenwechsel legten die Kangaroos weiter nach. Alexander Möller, der in der ersten Halbzeit wegen Foulproblemen mehr Zeit auf der Bank als auf dem Feld verbracht hatte, erzielte sieben der ersten zehn Kangaroos-Punkte Halbzeitpause (56:41, 21.). Toni Prostran und Joshua Dahmen legten jeweils von der Freiwurflinie nach – und plötzlich hatten die Iserlohner Korbjäger einen 20-Punkte-Vorsprung herausgespielt (61:41, 25.). Das jedoch war das Alarmsignal für Sandersdorf. Sie erhöhten in der Defense den Druck und verkürzten angeführt vom furchtlosen Vincent Friederici den Rückstand Punkt für Punkt. Nach einem verwandelten Freiwurf von Marco Rahn war das Polster der Kangaroos auf fünf Pünktchen zusammengeschmolzen (61:56, 29.).

Tanner Graham und Moritz Hübner sorgten mit insgesamt vier verwandelten Freiwürfen jedoch dafür, dass am Ende des dritten Viertels neun Punkte zwischen den Kangaroos und den Sixers lagen (65:56, 30.). Entsprechend intensiv gerieten die finalen zehn Hauptrundenminuten der Kangaroos. Sandersdorf kämpfte, ließ nicht locker. Aber Shirvans Schützlinge bewahrten kühlen Kopf, hielten die Gäste geschickt auf Distanz. 36 Sekunden vor der Schlusssirene verkürzte Marco Rahn den Rückstand der Sixers auf sieben Zähler. Faton Jetullahi machte jedoch 26 Sekunde vor dem Ende mit zwei Freiwürfen alles klar (87:78, 40.). Hausaufgaben erledigt.

STIMMEN ZUM SPIEL

Moritz Hübner, Forward Iserlohn Kangaroos: „Die Last, die uns nach dem Spiel von den Schultern gefallen ist, war definitiv riesengroß. Wir haben die Hauptrunde mit dem Sieg so zu Ende gebracht, wie wir es uns vorgenommen haben. Es war eine sehr intensive und auch laufintensive Partie. Ich bin auf jeden Fall fertig.“

Michael Dahmen, Geschäftsführer Iserlohn Kangaroos: „Dass wir die Playoffs erreicht haben, ist die schönste Erkenntnis des Abends. Wir haben unser Teilziel erreicht, jetzt ist alles möglich und es kommt darauf an, in welcher Konstellation wir spielen. Ich würde in diesem Jahr nicht sagen, dass es unbedingt ein Nachteil ist, dass wir zwei Auswärtsspiele und nur eine Partie in der Matthias-Grothe-Halle haben. Dadurch, dass es ohne Zuschauer ist, müssen wir halt schauen, dass wir uns die Siege auf der Straße holen. Wir können jetzt gelassen abwarten, wer unsere Gegner sein werden und sind einfach glücklich, dass schon vor dem Nachholspieltag feststeht, dass wir in die Playoffs eingezogen sind und nicht noch eine Woche lang zittern müssen.“

TEAMS & PUNKTE
Iserlohn Kangaroos: Faton Jetullahi (8), Joshua Dahmen (12/2 Dreier, 7 Rebounds), Emanuel Francisco (DNP), Toni Prostran (19/1, 13 Assists), Moritz Hübner (14/2, 8 Rebounds), Tanner Graham (24/3, 8 Rebounds), Alexander Möller (10), Jonas Buss, Benjamin Dizdar (DNP), Ruben Dahmen, Elias Marei (DNP), Moritz Schneider.
BSW Sixers: Yasin Turan (11/3 Dreier), Martin Jelic (2), Paul Hollfelder (DNP), Lucien Schmikale (15/1), Djordje Pantelic (10, 12 Rebounds), Marco Rahn (11/2), Robin Danes (2), Vincent John Friederici (20/2), Sandro Antunovic, Luka Petkovic (9/3).

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