Duisburg. (MR) 929 Zuschauer zog es bei Saharawind und knapp 40° C Außentemperatur in die erfrischenden 14° C der Scania-Arena, als die Freibäder und...

Duisburg. (MR) 929 Zuschauer zog es bei Saharawind und knapp 40° C Außentemperatur in die erfrischenden 14° C der Scania-Arena, als die Freibäder und Baggerseen Überfüllung meldeten. Beim Testspiel der Füchse Duisburg wurden sie nach der besten Stadion-Bratwurst Deutschlands mit hochklassigem Eishockey versorgt. Zwar war der heutige Testgegner, die Düsseldorfer EG aus der DEL,  so etwa eine Nummer zu groß und brachte ein ganz anderes Kaliber auf´s blanke Parkett als noch die Krefelder Misch-Mannschaft am Freitag, doch ein Erlebnis war es allemal. Für das runderneuerte Düsseldorfer Team (nur 4 Spieler sind aus der Vorsaison erhalten geblieben) war es erst der zweite Test, doch sie zeigten sich lauffreudig, kombinationsstark und – zumindest dem Oberligateam der Füchse gegenüber – abgeklärter. So konnte Björn Linda im Duisburger Kasten über mangelnde Arbeit nicht klagen, im Gegenteil, er und seine Kollegen incl. der Stürmer hätten sicher liebend gerne weniger im eigenen Drittel  gearbeitet. Neben – natürlich (anders hätte man bei der DEG ja die Sommerarbeit verfehlt und ein falsches Team für die oberste Liga verpflichtet) – mehreren Chancen der Gäste (Ebner, Habermann, immer wieder Kreutzer oder Catenacci, Martinsen und Gödtel) erarbeiteten sich aber auch die Schützlinge Franz Fritzmeiers die eine oder andere Gelegenheit, vor den von Bobby Goepfert gehüteten Kasten zu kommen; besonders der kleine flinke Jo Lewis war im Verbund mit Dennis Fischbuch und Dennis Palka möglichst dort zu finden. Nach einem frühen Tor von Drew Paris (3. Min.), dem aber die Gültigkeit aberkannt wurde, dauerte es bis zur Drittelmitte, dass Linda erstmalig geschlagen war (Catenacci, 11.). Eine anschließende Strafe gegen Düsseldorf brachte Palka den Schuss auf´s Außennetz und Fischbuch einen auf den Mann. Zwar gab es anschließend ein Chancen-Verhältnis von 1 zu 4, doch mit dem knappen Rückstand ging der Fuchs in die Kabine.

Zunächst hatten auch die Füchse ab und zu ihre Gelegenheiten im mittleren Abschnitt, mit Daniel Kreutzer musste auch der Lieblingsfeind der Duisburger Fans auf die Strafbank, doch Goepfert hielt, was auf seinen Kasten kam und nicht vorher entschärft worden war. Mit einem Konter Ridderwalls ging auch diese Strafe erfolglos zu Ende. Der Schwede in Reihen der Düsseldorfer war es dann aber kurze Zeit später, der die erste Strafe gegen die Hausherren in Zählbares umwandeln konnte (Ridderwall, 30.). Ein bißchen Nachstochern im Torraum mit entsprechendem Geschubse ahndete HSR Marc-Andre Naust mit Strafen auf beiden Seiten. Turnbull kam für Düsseldorf mit dem Metalltreffer einer Ergebnisverbesserung noch am nächsten, ehe Henry Martens für die DEG die Kühlbox hüten musste. Während dieser Strafe schnappte sich der norwegische Nationalspieler Andreas Martinsen die Scheibe, spazierte locker mit seinem Konter in das Duisburger Drittel und versenkte das Ding quasi „mit links“ hinter Linda – alle anderen konnten nur staunend hinterherblicken (35.). Im nächsten Powerplay der DEG lief die Scheibe gut, doch (noch) ohne Treffer. Der fiel erst bei wieder gleicher Spielerzahl, als eben das Spielgerät wieder schnell zwischen Gödtel, Ridderwall und Turnbull kreiste (38.). Es wurde noch ein wenig gestochert, Fischbuch scheiterte an Goepfert, der hellwach blieb, dann ging es zum Erfrischungsgetränk in die Kabinen.

Tohuwabohu vor dem Tor von DEG Keeper Bobby Goepfert – © by Eishockey-Magazin (DR)

Der Schlussabschnitt zeigte weitere Chancen vor allem der Gäste, wenn auch diese das Tempo etwas herausgenommen hatten, was vielleicht auch der Eisqualität geschuldet war bei diesen extremen Außentemperaturen. Eine Verabredung aus dem Startdrittel lösten dann zur allgemeinen Begeisterung Clarke Breitkreuz und Marc Zanetti ein. Sie rangen ein wenig, boxten sich etwas – und durften anschließend (getrennt) duschen gehen, da die Hälfte des Drittels bereits abgelaufen war und die Schiedsrichter jeweils 2+2+10 Min. verhängten. Das allerdings brachte den ehemaligen Duisburger Verteidiger Jannik Woidtke in den Genuss von ein paar Shifts als nunmehr 6. DEG-Verteidiger. Bei einem weitern Nachstochern, als Linda bereits den Puck gesichert hatte, musste Denis Fominych seinen Goalie schützen, traf allerdings auf den 1-2 Köpfe größeren Neu-Düsseldorfer Alex Henry. Und er hatte nicht wirklich eine Chance; da auch diese beiden Kampfhähne duschen gehen durften, wurde die Spielerzahl übersichtlicher, zumal auch auf DEG-Seite Diego Hofland noch einer Armverletzung mit dem Esibeutel und ohne Trikot im Tunnel zuguckte, und auf Füchse-Seite der eine oder andere dem hohen Tempo folgend nichtg mehr mithalten konnte und den einen oder anderen Wechsel aussetzen musste. So kam aber Youngster Anton Latuske noch zu etwas Eiszeit. Nicht vergessen sollte man auch die beiden Möglichkeiten gegen Spielende, als Jo Lewis den Ehrentreffer auf der Kelle hatte; beim letzen Versuch in der letzen Minute war er nur regelwidrig zu stoppen. Ein Penalty wurde hier zwar nicht gefordert, hätte man aber sicher auch geben können…

So bleibt festzuhalten: ein DEL-Team in Vollbesetzung ist auf jeden Fall mindestens eine Nummer zu groß und schnell für den Fuchs. Düsseldorf zeigte (zumindest gegen den unterklassigen Gegner) Lauf- und Kampfbereitschaft und sich schon gut eingespielt. Duisburg hätte vielleicht mit einem ebenbürtigeren Gegner die Ansätze von Freitag vertiefen und ausbauen können. Trotzdem ist ein 0:4 gegen eine Mannschaft, die 2 Ligen höher spielt, ein durchaus achtbares Ergebnis. Der nächste Brocken wartet am kommenden Freitag auf Markus Schmidt und Co., wenn Zweitligist REV Bremerhaven seine Visitenkarte an der Wedau abgibt. Die DEG testet am konnenden Sonntag „zuhause“ gegen Hannover (am Ratinger Sandbach).

Es spielten: EDV – Björn Linda – Patrick Raaf-Effertz, Markus Schmidt; Joel Keussen, Patrick Gogulla; Oliver Mebus, Nico Oprée – Marius Schmidt, Daniel Schmölz, Clarke Breitkreuz; Joseph Lewis, Dennis Palka, Dennis Fischbuch; Denis Fominych, Tobias Schlipper, Stephan Fröhlich; Anton Latuske

DEG – Bobby Goepfert – Alex Henry, Thomas Gödtel; Bernhard Ebner, Drew Paris; Marc Zanetti, Marian Bazany – Daniel Kreutzer, Andreas Martinsen, Michael Catenacci; Justin Bostrom, Calle Ridderwall, Travis Turnbull; Tino Boos, Niki Mondt, Marco Habermann; Jannik Woidtke, Diego Hofland, Henry Martens 

 

sportstimme

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