Solingen. (PM BHC) Schon am Donnerstag beim Saisonauftakt in Lübbecke war die Atmosphäre hervorragend. Etwas mehr als 700 Zuschauer sorgten für mächtig Stimmung, konnten... Das Comeback der Fans beim BHC

Die Fans des BHC im ISS Dome – © by Sportfoto-Sale (MK)

Solingen. (PM BHC) Schon am Donnerstag beim Saisonauftakt in Lübbecke war die Atmosphäre hervorragend.

Etwas mehr als 700 Zuschauer sorgten für mächtig Stimmung, konnten aber die 20:24-Niederlage des TuS N-Lübbecke gegen den Bergischen HC nicht verhindern. Am Sonntag (16 Uhr) wird in der Solinger Klingenhalle noch deutlich mehr los sein. Über 1500 Tickets sind für den Heimauftakt der Löwen bereits verkauft. Zu Gast ist Aufsteiger HSV Hamburg.

„Es ist fast noch gar nicht greifbar, endlich wieder vor Publikum zu spielen“, sagt Torhüter Christopher Rudeck. „Wir mussten uns in der vorigen Saison daran gewöhnen, mehr oder weniger alleine in der Halle zu sein. Jetzt kommt die Stimmung zurück, ich freue mich sehr darauf.“ Voraussetzung für den Einlass ist ein Impf- oder Genesungsnachweis – oder ein maximal 24 Stunden alter Test (Ausnahme: Schüler mit entsprechendem Ausweis sowie Kinder unter sechs Jahren). Tickets sind nur online auf www.bhc06.de bis kurz vor Spielbeginn buchbar.

Dass sich die Löwen nach dem gelungenen Auftakt in Lübbecke auch einen Sieg im ersten Heimspiel wünschen, versteht sich von selbst. Die vom ehemaligen Solinger Torsten Jansen trainierten Hamburger sind allerdings ein hoch gehandelter Aufsteiger, der zum Auftakt nur hauchdünn mit 27:28 gegen Frisch Auf Göppingen verlor. „Es war wirklich stark, wie geduldig der HSV im Angriffsspiel agiert hat, das war sehr abgezockt“, sagt BHC-Coach Sebastian Hinze.

Überragender Mann der Partie war Leif Tissier, der 21-jährige Spielmacher. „Er ist ein großes Talent, das hat er schon in den vergangen zwei Jahren in Hamburg bewiesen. Sein Einstand in der Bundesliga war natürlich direkt extrem gut“, findet Hinze. Der Mittelmann steuerte das Spiel und erzielte dabei gleich neun Treffer selbst. „Sein Eins-gegen-Eins-Verhalten ist sehr stark inklusive gutem Wurf, er macht wenig Fehler und agiert mutig im Tempospiel.“

Doch nicht nur auf Tissier müssen sich die Löwen vorbereiten. Die Hamburger haben im Tor ihren wohl prominentesten Zugang. Johannes Bitter wechselte aus Stuttgart zurück in seine alte sportliche Heimat. Mit Kreisläufer Manuel Späth kam ein weiterer absoluter Routinier. Zudem kamen Casper Mortensen aus Barcelona und Nicolai Theilinger aus Göppingen. Letzterer fällt allerdings noch eine Weile verletzt aus. „Die Kaderqualität ist schon sehr gut. Uns erwartet ein Duell auf Bundesliga-Niveau“, meint Hinze, der zudem die 6:0-Deckung mit einer hohen körperlichen Präsenz lobt. „Sie interpretieren die Abwehr ähnlich wie wir.“

Der BHC-Coach möchte im Vergleich zum Auftaktspiel in Lübbecke eine Steigerung sehen. „Im Tempospiel haben wir gegen Nettelstedt Nadelstiche gesetzt, aber oft die Sicherheit vor das Risiko gestellt“, erläutert er. „Wir wissen, wie gut wir das können, und sollten unser Potenzial da noch besser nutzen. Nur über den Positionsangriff wird es schwer gegen Hamburg. Wir brauchen die Konter.“

Personell ist die Lage weiterhin einigermaßen entspannt. Spielmacher Tomas Babak ist ein bisschen angeschlagen, so dass sein Einsatz noch fraglich ist. Ansonsten kann Hinze mit Ausnahme der Langzeitverletzten aus dem Vollen schöpfen.

Gelungener Auftakt

Beim TuS N-Lübbecke ist der Bergische HC erfolgreich in die neue Saison der LIQUI-MOLY HBL gestartet. Die Löwen hatten zwar lange Probleme mit einem diszipliniert agierenden Aufsteiger, konnten sich aber auf ihre Deckungsstärke verlassen und damit den Grundstein zum 24:20 (12:12)-Erfolg legen.

Zu Beginn jedoch funktionierte die Abwehr noch nicht wie gewünscht. Oft gelang es den Gastgebern, an den Kreis durchzubrechen und zum Torerfolg zu kommen. Da es im Angriff recht ordentlich lief, erarbeitete sich der BHC dennoch einen 9:5-Vorsprung, der jedoch schnell wieder dahin schmolz. Offensiv fehlte es nun merklich an Effizienz, und bei möglichen Kontern gelang es dem TuS so geordnet in den Rückzug zu kommen, dass die Löwen abbrechen mussten. In den letzten Minuten vor der Pause misslang eine Überzahl-Situation völlig, so dass die Löwen zwei Gegentreffer kassierten, statt ihren Vorsprung weiter auszubauen. Der 12:12-Halbzeitstand war die Folge.

Beflügelt von nur knapp über 700 Fans, die allerdings lautstark und frenetisch anfeuerten, erarbeiteten sich die Hausherren nach Wiederbeginn sogar die Führung. Der BHC hatte große Probleme, zu guten Chancen zu kommen und blieb halbzeitübergreifend etwa elf Minuten ohne eigenen Treffer. Trotzdem gelang entscheidende Schadensbegrenzung. Die Deckung, die sich schon in der ersten Hälfte gesteigert hatte, lief nun zu Hochform auf und ließ wenig zu. Dazu hielt Torhüter Christopher Rudeck, was zu halten war – und nahm darüber hinaus auch freie Chancen weg.

Um mit einem Auftaktsieg nach Hause zu fahren, mussten sich die Löwen offensiv nur ein wenig steigern. Das gelang vor allem durch Fabian Gutbrod, der insgesamt sieben überwiegend sogenannte einfachen Treffer erzielte. Eine solche Rückraum-Gewalt hatten die Gastgeber nicht, und an den Kreis kamen sie eben nur noch selten durch. Spätestens nach Tomas Babaks 20:17 war der BHC auf die Siegerstraße eingebogen. Der überragende Gutbrod, Jeffrey Boomhouwer und wieder Babak erzielten die letzten Treffer der Partie. Wenig später durfte die Mannschaft mit ihren Fans feiern – das hat es coronabedingt auswärts seit langer Zeit nicht mehr gegeben.

Löwengebrüll – die Stimmen zum Spiel

Sebastian Hinze: „Nettelstedt hat heute seine Qualitäten gezeigt und uns über ganz weite Strecken Probleme gemacht. Das Spiel meiner Mannschaft sehe ich positiv, weil wir sehr stabil geblieben sind. Wir haben in der ersten Halbzeit nicht gut genug gedeckt, die Zweikämpfe zu defensiv angenommen. In der zweiten Halbzeit haben wir das überragend gemacht. Das hat uns auch zu dem Sieg geführt – trotz des schlechten offensiven Starts hatten wir unsere Basis. Wir haben verdient gewonnen, auch wenn die Überzahleffektivität zu gering war. Am Ende ist es wahrscheinlich so, dass Christopher Rudeck dem Gegner den Zahn mit der Kreisparade und der anderen von außen gezogen hat. Und wir hatten auch noch gute Konter. Es ist ein kleiner Unterschied. Ich bin stolz, wie die Jungs es angegangen sind. Es war eine ganz, ganz schwere Aufgabe für uns. Das wussten wir. Mit dem Ergebnis sind wir glücklich, und aus dem Spiel können wir einiges mitnehmen. Dass wir uns steigern müssen, wissen wir.“

Emir Kurtagic: „Ich kann den Jungs keinen Vorwurf machen. Wir haben Leidenschaft gehabt, haben beherzt gekämpft und verteidigt. Wir haben gegen ein Team mit überragendem Tempospiel einen sehr guten Rückzug gehabt. Es waren Kleinigkeiten – ob es Erfahrung ist, ein paar Paraden, Unglück, vielleicht auch die eine oder andere fehlende Idee, darüber kann man sich unterhalten. Wir müssen aus dem Spiel lernen. Wir nehmen einiges mit: Wir sind dem BHC körperlich gewachsen, können sehr gut mithalten, hatten einen guten Plan, den wir leider nicht durchgehalten haben. Aber wir nehmen mit, dass wir konkurrenzfähig sind.“

Jörg Föste: „Es war ein Auswärtssieg, ein verdienter Auswärtssieg, den wir vor allem erreicht haben, weil wir bei unserer Linie geblieben sind. Wir sind im System geblieben. Dass Nettelstedt nicht über 60 Minuten sein laufintensives Spiel durchhalten kann, war uns klar gewesen. Wir haben an unsere Stärke geglaubt, zulegen zu können. Es war offensiv nicht alles gut. Sicher haben wir schon deutlich besser Überzahl gespielt beispielsweise. In vielen Bereichen war es so, dass wir die Bälle leichtfertig weggeworfen haben. Wir hatten zwei überragende Akteure mit Fabian Gutbrod und Christopher Rudeck – das ist in einem solchen Spiel von großer Bedeutung.“

TuS N-Lübbecke – Bergischer HC 20:24 (12:12)

TuS N-Lübbecke: Asheim, Rezar – Heiny (1), Baumgärtner (1), Ebner, Petreikis (2), Strosack (3), Mundus, Dräger (1), Kontrec (4), Mrakovcic (3), Nissen, Speckmann, Petrovsky, Skroblien (5). Trainer: Emir Kurtagic

Bergischer HC: Rudeck, Mrkva – Boomhouwer (3), Damm, Gutbrod (7), Stutzke, Weck (1), Arnesson (1), Babak (2), Szücs, Darj (1), Nikolaisen (2), Schmidt (3), Schönningsen (1), Gunnarsson (3), Hansson. Trainer: Sebastian Hinze

Schiedsrichter: Christian Hannes und David Hannes

Siebenmeter: 0/1 – 0/1

Zeitstrafen: 7 – 1 (Heiny (2), Dräger (3), Kontrec, Petrovsky – Darj)

Rote Karte: Dräger (3. Zeitstrafe)

sportstimme

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