Solingen. (PM BHC) Vier Tage nach der 22:30-Niederlage bei der HSG Wetzlar hat der Bergische HC gegen Frisch Auf Göppingen eine Reaktion gezeigt. Von... BHC: Momente des Glücks

Tomas Babak (BHC) © by Sportfoto-Sale

Solingen. (PM BHC) Vier Tage nach der 22:30-Niederlage bei der HSG Wetzlar hat der Bergische HC gegen Frisch Auf Göppingen eine Reaktion gezeigt.

Von der ersten bis zur letzten Minute legten die Löwen einen couragierten Auftritt hin, der neben einer wieder gewohnt starken Abwehr auch von einigen spielerischen Glanzpunkten geprägt war. Als Jeffrey Boomhouwer in der Schluss-Sekunde zum 29:28 (15:12)-Sieg traf, war ein grandioser Löwen-Abend perfekt.

Auch wenn die Bergischen gleich den ersten Gegenstoß verwarfen, kamen sie gut ins Spiel. Die Deckung stand von Anfang an, und im Angriff zeigten sie Durchsetzungsvermögen – sowohl beim Konter als auch im gebundenen Angriff. David Schmidt legte stark vor, versenkte die Bälle auch in Bedrängnis. Der erste Drei-Tore-Vorsprung ging in einer Unterzahl-Phase allerdings wieder verloren. Trotzdem nahm der BHC ein 15:12 mit in die Pause, weil kurz vorher Tomas Babak aufdrehte. Der Tscheche erzielte die Treffer zum 12:11, 14:11 und 15:11 in teils sehr sehenswerter Manier.
Babak blieb auch in der zweiten Hälfte ein entscheidender Faktor. Ihm gelangen nicht nur insgesamt sieben Tore, sondern er bediente auch vier Mal seine Mitspieler – wie zum Beispiel Max Darj am Kreis zum 18:15. Doch auch dieses kleine Polster ging wieder verloren. Erneut war eine Unterzahl dafür verantwortlich. Als Göppingens Schlussmann Urh Kastelic einen Wurf einfach fing und ins verwaiste Löwen-Tor warf, deutete sich eigentlich noch gar nicht an, dass der BHC am Ende das glücklichere Team sein würde.

Gehadert haben die Bergischen erneut auch mit den Siebenmetern. Vor der Pause vergaben Arnor Gunnarsson und Jeffrey Boomhouwer, danach traf zwar zunächst Alexander Weck, doch sein zweiter Versuch war ebenfalls Beute von Kastelic. Beim 23:24-Rückstand in einer der wildesten und beidseitig fehlerbehaftetsten Phasen des gesamten Spiels benötigten die Löwen unbedingt ein Tor. Gunnarsson übernahm wieder die Verantwortung von der Strafwurf-Linie. Der Isländer zog ab, die Kugel ging an die Latte, von dort gegen den Rücken des Göppinger Keepers und schoss im hohen Bogen nach oben. Während Kastelic noch nach dem Ball suchte, senkte er sich exakt in den Winkel wenige Zentimeter hinter die Torlinie.

Nach dieser Handball-Rarität war das Momentum von einer Sekunde auf die andere beim Bergischen HC. Schmidt traf zum 25:24, die Löwen verteidigten stark, und Babak erhöhte mit drei schnellen Treffern auf 28:26. Doch entschieden war das Duell noch nicht. Nachdem Sebastian Heymann den Anschluss für Frisch Auf hergestellt hatte, hatten die Löwen bei etwas mehr als 60 Sekunden Restzeit den Ball. Schnell war klar, dass sie diese nicht herunterspielen konnten. Schmidt tankte sich durch, der Ball ging ins Tor, doch statt des Treffers erkannten die Unparteiischen ein Stürmerfoul des Linkshänders.

Die Gäste nutzten die Gunst der Stunde in Person von Heymann zum Ausgleich. Das siebte Unentschieden im 16. Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften lag in der Luft. Doch diesmal war das Glück aufseiten des Bergischen HC. Während sich die Göppinger noch sortierten, spielten die Hausherren blitzschnell nach vorne. Jeffrey Boomhouwer kam frei zum Wurf – und ließ Kastelic keine Chance. Die Sirene ertönte. 29:28. Was für ein Finale.

Löwengebrüll – die Stimmen zum Spiel

Hartmut Mayerhoffer: „Für uns ist das eine sehr bittere Niederlage. Wir hätten uns den Punkt verdient gehabt, weil die Mannschaft alles investiert hat und wir kurz vor Ende noch den Ausgleich geschafft haben. Man hat gemerkt, dass zwei Mannschaften aufeinandergetroffen sind, die derzeit nicht so gute Phasen haben. Deshalb war die erste Halbzeit sehr stockend, die zweite etwas besser. Wir hatten ganz viele unglückliche Situationen, deshalb ist es sehr bitter, dieses Spiel zu verlieren.“

Sebastian Hinze: „Wir sind froh, dass wir die zwei Punkte – wenn auch am Ende glücklich – mitgenommen haben. Wir hatten heute das Momentum auf unserer Seite. Sicher mit dem Siebenmeter von Arnor, der reinfällt, wonach wir eine gute Abwehrphase hinterherlegen, als auch mit dem letzten Ball. Was mir sehr gut gefallen hat, ist, dass wir in den letzten fünf, sechs Minuten alle Tore aus dem Tempospiel machen, dass wir weiter bereit sind, dagegen zu gehen. Das haben die Jungs überragend umgesetzt. Das fällt uns im Moment leichter, so unsere Tore zu erzielen. Aber auch im Positionsangriff fand ich, dass wir über mehr Bewegung, über mehr Druck zum Tor, vor allem David Schmidt wieder in Position gebracht haben, was uns geholfen hat. Und es sind auch sehr große Lücken für Tomas Babak entstanden, die wir nutzen konnten. In der Summe war es heute gar nicht wichtig, ob wir gewinnen oder nicht, sondern wie wir auftreten. Das haben die Jungs überragend gemacht. Daher wäre ich, auch wenn es nicht so ein glücklicher Ausgang gewesen wäre, mit dem Spiel sehr einverstanden gewesen.“

Jörg Föste: „Es hat mich heute nicht nur für die gesamte Mannschaft gefreut, dass sie für den aufopferungsvollen Kampf belohnt worden ist. Es hat mich auch für Jeffrey Boomhouwer gefreut, der ja nicht nur Höhen hatte in dieser Spielzeit, dass er diesen Ball versenkt hat. Er hat schnell geschaltet. Unsere Mannschaft war heute wild entschlossen, dieses Spiel in Wetzlar vergessen zu machen. Das ist ihr herausragend gelungen.“

Bergischer HC – Frisch Auf! Göppingen 29:28 (15:12)
Bergischer HC: Mrkva, Rudeck – Boomhouwer (3), Damm, Stutzke (2), Weck (1/1), Fontaine, Arnesson (1), Babak (7), Szücs (1), Darj (3), Nikolaisen, Schmidt (7), Nippes (1), Uscins, Gunnarsson (3/1). Trainer: Sebastian Hinze
Frisch Auf! Göppingen: Kastelic, Rebmann – Neudeck, Theilinger (1), Kneule (1), Heymann (6), Bagersted (1), Ellebaek (3), Jonsson, Schiller (7/2), Goller, Bozic-Pavletic (1), Hermann, Zelenovic (5), Kozina (2). Trainer: Hartmut Mayerhoffer
Schiedsrichter: Christian Hannes und David Hannes
Siebenmeter: 2/5 – 2/3
Zeitstrafen: 3 – 3 (Szücs, Arnesson, Schmidt – Kneule, Schiller, Zelenovic)

Spielverlauf: 2:1 (5.), 4:3 (10.), 8:5 (15.), 10:7 (20.), 12:11 (25.), 15:12 (30.), 17:14 (35.), 20:18 (40.), 21:21 (45.), 23:23 (50.), 25:25 (55.), 29:28 (60.)

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