Solingen. (PM BHC) Die Sensation verpasste der Bergische HC zwar gegen den verlustpunktfreien Spitzenreiter der Handball-Bundesliga, doch die Mannschaft zeigte vor 2974 Zuschauern im... BHC Coach Hinze: „Ein Teil der Wahrheit, warum wir in der zweiten Halbzeit unser Tempospiel nicht auf die Platte kriegen, ist sicherlich auch, dass wir acht Minuten in Unterzahl spielen.“

Lukas Stutzke (BHC) – © Sportfoto-Sale (MK)

Solingen. (PM BHC) Die Sensation verpasste der Bergische HC zwar gegen den verlustpunktfreien Spitzenreiter der Handball-Bundesliga, doch die Mannschaft zeigte vor 2974 Zuschauern im Düsseldorfer PSD Bank Dome eine gute Vorstellung.

Von einer frühen 5:1-Führung des SC Magdeburg ließen sich die Löwen nicht beeindrucken, kämpften sich erfolgreich ins Spiel und übernahmen sogar noch in der ersten Halbzeit die Führung. Dass es beim 24:27 (13:14) nicht zu Zählbarem reichte, lag vor allem an Phasen, in denen die Angriffseffektivität fehlte.

Der Auftakt missglückte den Gastgebern. Zunächst hatten sie mit dem siebten Feldspieler agiert, verwarfen den Plan dann aber recht bald – was wohl auch daran lag, dass es zu sechst mit Tomas Babak als Spielmacher gut funktionierte. Der Tscheche erzielte das erste BHC-Tor der Partie, konnte aber einen 1:5-Rückstand auch nicht verhindern. Aus dem Konzept ließen sich die Hausherren von dem Resultat nicht bringen. Hielten sie das Defizit zunächst bei vier Toren, gab die Einwechslung von Lukas Stutzke dem Team noch mal einen Push. Der Rückraum-Rechtshänder sprühte vor Tatendrang und Selbstvertrauen. Schon sein erster von insgesamt sieben Treffern zum 6:9 war ein gewaltiger Strahl.

Stutzke war es auch, der den Magdeburgern den Ball stahl und den Gegenstoß zum 9:9 gleich selbst im Tor unterbrachte. Im nächsten Angriff parierte der in der ersten Halbzeit sehr stark aufspielende Tomas Mrkva, wonach Stutzke nicht nur einen 5:0-Lauf komplettierte, sondern seine Farben auch erstmals in Führung brachte. Zwei Mal legten die Löwen in der ersten Halbzeit noch vor, hatten dann aber auch Probleme im Abschluss – zum Beispiel von der Außenposition. So nahmen die Magdeburger einen dünnen 13:12-Vorsprung mit in die Pause.

Nach Wiederbeginn blieben die Probleme in der Chancenauswertung – auch, weil Magdeburgs Keeper Jannick Green einige Bälle stark herausholte. Zudem lief das Tempospiel nicht mehr ganz so gut wie noch vor der Pause. Die Gäste profitierten in dieser Phase von Philipp Weber, der hervorragend traf und auch noch eine Zeitstrafe provozierte. Von denen kassierten die Bergischen in der zweiten Halbzeit insgesamt vier Stück, während sich die Magdeburger in diesem Bereich schadlos hielten. Ein Vorteil, den der Tabellenführer ausnutzte.

Die Gastgeber blieben dennoch dran, belohnten sich auch das eine oder andere Mal für längere Abwehrphasen und hatten im später eingewechselten Christopher Rudeck einen guten Rückhalt. Aufschließen konnte die Mannschaft aber nicht mehr. Sie setzte zwar immer wieder Akzente, leistete sich in der Schlussphase aber auch ein paar technische Fehler. So rächte es sich aus Magdeburger Sicht nicht, dass auch sie die absolute Konsequenz vermissen ließen.

Für das 24:27 gab es zwar keine Punkte, doch den Löwen ist gegen das derzeit beste Team Deutschlands in nahezu allen Mannschaftsteilen eine weitere Steigerung geglückt.

LÖWENGEBRÜLL – DIE STIMMEN ZUM SPIEL
BENNET WIEGERT:
„Ein schwierig zu analysierendes Spiel. Ich glaube, dass wir relativ gut aus den Startlöchern kommen und genau die richtige Antwort gegen die geplante Überraschung – den siebten Feldspielers vom BHC – hatten. Das haben sie dann auch schnell wieder über den Haufen geworfen und dann wieder mit sechs Feldspielern agiert. Bis zum 9:5 machen wir gefühlt sehr viel richtig, haben eine gute Balance und Kontrolle im Spiel. Und dann kämpft sich der BHC fantastisch zurück und geht in Führung. Das Beste, was wir dann noch aus der ersten Halbzeit rausholen, ist, dass wir mit einem Tor Führung in die Kabine gehen – das überrascht mich jetzt noch. Beide Mannschaften machen da zu viele Fehler im Umschaltspiel: bei uns allein sieben technische Fehler, viele frei verworfene Bälle und sechs Gegenstoß-Tore in der ersten Halbzeit. Vor allem der Gegenstoß bringt uns einfach um. In der zweiten Hälfte haben wir das dann besser geschafft, zu verteidigen. Und dann sieht man, dass beim BHC nach und nach – auch gerade wegen des Verletzungspechs zurzeit – die Kräfte schwinden und sie gefühlt mit einer Formation und nur wenig Reserven durch das Spiel müssen. Wir haben es geschafft, eine gute Deckung zu stellen, eine bessere Intensität in unserem eigenen Angriffsspiel zu bekommen und endlich auch mal zwei Minuten beim Gegner zu ziehen, was wir in der ersten Halbzeit völlig untypisch für unser Spiel nicht hinbekommen haben. Zum Schluss raus ist das dann relativ sicher von uns gespielt, wenn auch sicherlich nicht überragend.“

SEBASTIAN HINZE: „Wir kommen in die erste Halbzeit sicherlich schwer rein. Wir wollten den siebten Feldspieler eigentlich immer dann spielen, wenn Magdeburg es nicht schafft, in den Angriff-Abwehr-Wechsel zu kommen. Wir haben aber dann in der nächsten Phase gut über das Positionsspiel sechs gegen sechs agiert und waren gut im Tempospiel. Ich glaube, dass wir auch zu Beginn der ersten Halbzeit nicht so schlecht decken, da waren es viele Fast-am-Ball-Geschichten. Ich bin froh, dass sich die Jungs dann ins Spiel gekämpft haben und sich ein, zwei Mal mit diesen Bällen belohnt haben und ins Tempospiel gekommen sind. Ich sehe es aber auch so, dass wir das Tempospiel in der ersten Halbzeit noch ausbauen hätten können, gerade gegen Ende – aber Magdeburg halt auch. Deswegen geht der Halbzeitstand so in Ordnung. In der zweiten Halbzeit tun wir uns irgendwann im Positionsspiel schwer, weil unsere Kräfte ein bisschen nachlassen und wir dann gegen Ende des Spiels technische Fehler machen. Obwohl wir es zu Beginn nicht schlecht machen und dann an Green scheitern. Magdeburg hat es geschafft, gute Lösungen mit Saugstrup zu finden, hatten ein gutes Timing in den eigenen Täuschungen und machen das die letzten 15 Minuten echt stark. Von daher ist es ein bisschen schade, dass wir es nicht schaffen, in der zweiten Hälfte zurückzukommen mit unserem Abwehr-Gegenstoß-Paket. Ein Teil der Wahrheit, warum wir in der zweiten Halbzeit unser Tempospiel nicht auf die Platte kriegen, ist sicherlich auch, dass wir acht Minuten in Unterzahl spielen.“

BERGISCHER HC – SC MAGDEBURG 24:27 (13:14)
BERGISCHER HC: Mrkva, Rudeck – Boomhouwer, Damm, Stutzke (7), Weck (1), Babak (5), Szücs, Darj (2), Nikolaisen (3), Bergner, Schmidt (2), Schönningsen, Gunnarsson (3/3), Hansson (1). Trainer: Sebastian Hinze
SC MAGDEBURG: Green, Jensen – Chrapkowski (1), Musche Kristjansson (1), Pettersson (1), Magnusson (7/3), Weber (5), Gullerud (1), Mertens (1), Saugstrup (4), O´Sullivan (1), Bezjak, Smits, Damgaard (5), Eissing. Trainer: Bennet Wiegert
SCHIEDSRICHTER: Julian Koppl und Denis Regner
SIEBENMETER: 3/3 – 3/3
ZEITSTRAFEN: 4 – 1(Weck, Szücs (3) – Chrapkowski)
ROTE KARTE: Szücs (3. Zeitstrafe)

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